Chance language
    Translate to:

Terminkalender
April 2014
M D M D F S S
 123456
78910111213
14151617181920
21222324252627
282930EC
Search

Das der/die Sidecarcross Weltmeister 2009 aus Belgien kommen werden, und der Fahrer Hendrickx heißen wird, dass stand schon vor den beiden letzten Wertungsläufen fest. Die Frage war nur: heißt dieser Hendrickx Jan oder Joris??? Die bessere Ausgangssituation hatte auf jeden Fall Jan Hendrickx (B) mit seinem Beifahrer Tim Smeuninx (B). Doch die als Gesamtzweite mit 13 Pkt. Rückstand nach Rudersberg angereisten #4 Joris Hendrickx (B) – Kaspars Liepins (LV) machten die Überraschung perfekt, und sicherten sich im letzten Wertungslauf der Saison den Titel und sind somit die neuen Weltmeister 2009! Gehofft hatten Sie zwar, diesen Rückstand aufzuholen, aber viele waren sich einig, dass die Chancen dafür zwar vorhanden, aber wohl doch eher gering sein dürften, und dass im Normalfall #3 Jan Hendrickx (B) – Tim Smeuninx (B) den Titel sicher einfahren würden….., wie gesagt im Normalfall….. Aber der Reihe nach:Hendrickx-Liepins

Vorbericht

Das mit Sicherheit absolut spannenste und “geilste” Weltmeisterschaftsfinale der letzten Jahre wird ohne Zweifel in die Geschichte eingehen. Für alle echten Sidecar-Fans war es eine dramaturgisch perfekte inszinierte Darbietung der anwesenden Sidecarcross-Weltelite, und für alle interessierten Zuschauer ein sicher unvergessliches Motorsporterlebnis. Alles was zu einer richtig großen Show gehört war mehr als nur vorhanden. Angefangen bei echtem “Kaiserwetter” an beiden Tagen mit strahlend blauem Himmel, angenehmsten 22-25 Grad und einem leichten Lüftchen dazu, erwartungsgemäß mal wieder eine perfekt organiserte Veranstaltung des MSC Wieslauftal, eine wahnsinns tolle Party Samstag Abend im probbenvollem Festzelt, bis hin zu an Action und Spannung kaum zu überbietenden Rennen (sowohl Qualirace als auch Wertungsläufe), kurzum wer langeweile hatte, muss auf einer anderen Veranstaltung gewesen sein….. Und nicht einer der ca. 7.000 Zuschauer heute wird sein kommen bereut haben. Zu merken war das große Interesse daran, dass schon am Freitag nachmittag Camping/Zeltplätze komplett belegt waren und schon am Freitag Abends das Festzelt sehr gut besucht war. Es ist einfach etwas ganz anderes, wenn das WM-Finale in Rudersberg ansteht, und der Weltmeister nicht schon vorher feststeht und seit 1997 entweder Daniel Willemsen (NL) oder Kristers Sergis (LV) heißt. Die angereisten 40 Gespann-Teams zeigetn dann schon am Samstag bei den Qualiraces, dass auch schon bei 20min + 2 Rd. toller Motorsport zu bieten ist.

12.09.09 – schmerzhafte Quali

Bei aller Euphorie und Begeisterung gibt es natürlich nicht immer nur Gewinnner und erfreuliches zu berichten. Aber auch die weniger schönen Ereignisse gehören zu einem Bericht, und somit schade aus deutscher Sicht, dass Josef Brustmann (D) im Qualirace in einen Startunfall verwickelt war, bei dem sich sein Beifahrer Bruno Kälin (CH) sprichwörtlich “überrollt und überrumpelt” fühlte, und leider verletzungsbedingt aufgeben musste. Zwar weniger Schmerzhaft aber auch nicht wirklich erfreulich, dass dem Reglement entsprechend die Einteilung der Qualigruppen A + B der aktuelle Gesamtstand vorgibt, und fast alle deutschen Teams, nämlich

  • #5 Marko Happich (D) – Martin Betschart (CH)
  • #18 Thomas Morch (D) – Robbie Bax (NL)
  • #15 Martin Walter (D) – Andre Saam (D)
  • #102 Andreas Rutter (D) – Stefan Nicke (D)
  • #103 Jürgen Blank (D) – Rainer Semet (D)
  • #28 Josef Brustmann (D) – Bruno Kälin (CH),

waren in der starken Gruppe B waren, nur #93 Andre Wieg (D) – Jens Minkewitz (D) und #66 Willi Liebl (D) – Vladislav Gabor (CZ) waren in der etwas schwächeren Gruppe A. Und nach dem bereits erwähnten Ausfall von Brustmann (D) – Kälin (CH), schafften Blank (D) – Semet (D) die Qualifikation dann leider auch nicht, und im Last Chance Race fehlten am Ende knapp 2sek. auf dem 30. Startplatz, den sich Rutter (D) – Nicke (D) sicherten. #93 Andre Wieg (D) – Jens Minkewitz (D) schafften es ebenfalls über das Last Chance Race dann noch sich zumindest als 31. (1. Reserveteam) und damit als erster Nachrücker zu qualifizieren. Dies hätte nicht wirklich sein müssen, und war auch eher mehr als unglücklich, nachdem sie im Qualirace der Gruppe A in der letzten Runde an 10. Position liegend, bei einem Duell einen etwas unsanften Kontakt mit einem tschechischen Team hatten, der dann das Umkippen und Motorabsterben zu Folge hatten. Positiv aufgefallen waren dagegen die Lokalmatadoren #15 Martin Walter (D) – Andre Saam (D), die als vierte im Qualirace der Gruppe B sogar noch vor #5 Marko Happich (D) – Martin Betschart (CH) in Ziel kamen.

13.09.09 – das große Finale

Und dann kamen die beiden Wertungsläufe, und bis zur 4 Runde des 1. Wertungslaufes war die Welt auch noch soweit in bester Ordnung. Ein Motorschaden und der damit verbundenem Ausfall von #3 Jan Hendrickx (B) – Tim Smeuninx (B), bedeuteten Null Punkte für die Führenden der WM, und dass bei gleichzeitigem Sieg der ärgsten Verfolger #4 Joris Hendrickx (B) – Karspars Liepins (LV). Und mit einem Male, hatte sich das Blatt vor dem 26. und letzten Wertungslauf der Saison einmal gedreht und aus 13 Pkt. Rückstand wurden 12 Pkt. Vorsprung. Und mit einem nie gefährdeten zweiten Platz im 2. Wertungslauf war die Überraschung dann perfekt und der Weltmeister hieß zwar wie erwartet Hendrickx aber Joris statt Jan. Bei aller Begeisterung für den ersten Belgischen Weltmeister in der Geschicte des Sidecarcross, ging der nicht weniger überraschende Laufsieg der an diesem Wochenende bärenstarken Engländer #17 Stuart Brown (GB) – Luke Peters (GB), fast ein wenig unter.

Denn Brown (GB) – Peters (GB) hatten schon im Qualirace gezeigt, dass ihnen die Strecke in Rudersberg sehr liegt, als sie dem Seriensieger #1 Daniel Willemsen (NL) – Sven Verbrugge (B) alles abverlangten und sich ein tolles Duell mit ihnen lieferten. Diese beiden wurden dann am Sonntag allerdings bei dem Versuch die verkorkste Saison (Daniel Willemsen fehlte nach Beinbruch bei 3 WM-Läufen) noch zu einem versöhnlichen Abschluss zu bringen und Gesamtdritte, schon nach 5 Runden gestoppt, da sich Beifahrer Sven Verbrugge (B) den rechten Daumen brach und eine Weiterfahrt nicht mehr möglich war. Zum 2. Wertungslauf traten sie daher dann auch leider nicht mehr an, was dann am Ende den 5. Rang im Gesamtklassement bedeutete. Bei der Fahrervorstellung kündigte Daniel Willemsen (NL) allerdings schon an, dass er 2010 wieder voll angreifen wird um zum 8. Mal Weltmeister zu werden.

Dann wird auch wieder mit starken Gegnern aus Lettland haben. Denn mit Rang 3 in der Tageswertung beendeten #6 Maris Rupeiks (LV) – Haralds Kurpnieks (LV) eine mit Licht und Schatten versehen Saison, und mit etwas mehr Zuverlässigkeit österreichischer 4-Takter-Power und vor allem verletzungsfrei sollte weit mehr als Gesamtrang 7 rausspringen. In etwa so wie die ebenfalls aus Lettland stammenden Brüder #8 Janis Daiders (LV) – Lauris Daiders (LV), die mit ihrer teils spektakulären Fahrweise ihren ersten Grand Prix gewannen, und am Ende als 3. im Gesamtklassement mit aufs Treppchen steigen durften. Von den beiden 22 und 24 Jahren jungen Letten wird man in der Zukunft mit Sicherheit noch einiges hören, wenn sich weitere Leistungs-/Entwicklungssprünge wie in diesem Jahr anschicken.

Unsere Jungs

Aber auch aus deutscher Sicht gab es einige erfreuliche Dinge zu bejubeln, allen voran Deutschlands bester Gespannfahrer #5 Marko Happich (D) – Martin Betschart (CH) hatten Grund zu jubeln, denn als siebtplazierte nach Rudersberg gekommen, fahren sie nach Rang 4 im ersten und Rang 7 im zweiten Wertungslauf als Gesamtvierte wieder nach Hause. Ohne die Leistung schmälern zu wollen, kapitulierten sie vom Pech der anderen #1 Daniel Willemsen (NL) – Sven Verbrugge (B), sowie vom in dieser Saison ersten und einzigen Ausfalls von #7 Vaclav Rozehnal (CZ) – Eduard Chereau (F) im 2. Wertungslauf (Bruder und Beifahrer Marek Rozehnal nach Fersenbruch beim GP in Frankreich verletzungsbedingt leider nicht dabei), wodurch Marko Happich (D) – Martin Betschart (CH) noch im Gesamtklassment an den beiden Teams vorbeiziehen konnten.

Bei #18 Thomas Morch (D) geht ebenfalls eine turbolente Saison 2009 zu Ende, um so erstaunlicher und/oder aber um so bemerkenswerter dann nach Rang 18 im letzten Jahr, diese Saison als 14. des Gesamtklassements abzuschließen, und sich damit im erst dritten WM-Jahr des jungen Torgauers bereits in den Top 15 der Weltelite etabliert zu haben. Denn mit Marius Strauss (CH – mit Schulterbruch beim GP in Dänemark), Robbie Bax (NL – nach schweren Sturz mit Mira Knötig beim GP in Belgien mit Rückenbeschwerden und teilweise ärztlichem Fahrverbot) und Tino Warminski (D) schon 3 verschiedenen Beifahrer bei WM und DM im Boot hatte, und das könnte noch nicht das Ende gewesen sein, denn für die beiden letzten DM-Läufe steht Tino Warminski (D) nur beim Gerstetten zur Verfügung, für Warching würde Gertie Eggink (NL) aushelfen, wenn notwendig.

Wacker schlugen sich auch die beiden anderen Youngster #102 Andreas Rutter (D) – Stefan Nicke (D), die sich im Last Chance Race als 30. direkt qualifizieren konnten. Sie blieben dann zwar in den beiden Wertungsläufen ohne Punkte, dafür aber mit Sicherheit eine Menge Erfahrung gesammelt und die Atmosphäre genossen haben werden. Vor allem im ersten WM-Jahr bei 7 WM-Läufen anzutreten, sich bei 6 direkt oder als Reserveteam mit Einsatz für die Wertungsläufe zu qualifizierten und nur einmal in der Qualifikation zu scheiterten, gebührt Respekt und Anerkennung. Und als Belohnung für ihre Mühen gabs unterm Strich 11 Pkt. aufs Teamkonto, welche dann nach der Endabrechnung für die Saison 2010 die Schnapszahl #44 als Startnummer ergeben.

#93 Andre Wieg (D) – Jens Minkewitz (D) hatten ihre Enttäuschung über die verpasste Qualifikation im Qualirace (in der letzten Runde auf Rang 10 liegend nach teschechischem Drängelmanöver umgekippt und Motor aus), im Last Chance Race wohl noch nicht ganz verdaut, es reichte jedenfalls leider nur zum undankbaren 31. Rang, der als 1. Reserveteam zum Nachrücken berechtigt, falls ein qualifiziertes Team nicht starten kann. Und wie so oft des Einen Leid, ist des Andern Freud (so oder so ähnlich), durften die beiden im 2. Wertungslauf ans Startgatter ziehen, da Willemsen (NL) – Verbrugge (B) verletzungsbedingt nicht starteten. Und Wieg (D) – Minkewitz (D) fuhren ein ordentliches Rennen und kamen als 22 ins Ziel, wofür es zwar leider auch keine Punkte gab, aber immerhin dabei gewesen zu sein, gerade bei solch einem Historischen Event.

Der altbekannte “Was wäre wenn…” Satz dürfte mit Sicherheit dem einen oder anderem Fan/Zuschauer durch den Kopf gegangen sein, wenn er gestern und heute die beiden Lokalmatadoren #15 Martin Walter (D) – Andre Saam (D) gesehen hat. Zu schade, dass die beiden symphatischen Jungs aus dem Schwabenländle nur bei 6 der 13 WM-Läufen am Start waren – und damit am Ende den 20. Rang im Gesamtklassement belegen – was wäre da evtl. noch alles drin gewesen…. Aber wie auch immer, was die beiden Kerle da heute geboten haben, war nicht nur mitreißend und begeisternd sondern vor allem absolut repektabel. Denn einfach mal so zum WM-Finale nach Rudersberg kommen und als Gesamtvierte wieder heimzufahren, will auch erstmal gekonnt sein. Und wer mit so einem riesem Kämpferherz fährt und sich gegen Topteams wie #3 Hendrickx (B) – Smeuninx (B), #8 Daiders (LV) – Daiders (LV) und #5 Happich (D) – Betschart (CH) seinen 4. Rang behauptet, der hat neben dem verdienten Respekt der Konkurenten, mit Sicherheit aber einige neue Fans gewonnen, was man aus dem frenetischen Jubel der knapp 7.000 Zuschauer schließen kann. Mit diesem vierten Gesamtrang (nach Rang 7 im ersten ein grandioser 4. Platz im zweiten Wertungslauf) erreichten #15 Martin Walter (D) – Andre Saam (D) ihr bestes Ergebnis bei einem Weltmeisterschaftslauf. Happich


Vorschau

Und kaum ist spannenste Weltmeisterschaft der letzten Jahre auf deutschem Boden in rudersberg beendet worden, steht auch schon das nächste Highlight vor der Tür, nämlich die Team-Europameisterschaft in Jauer (Deutschland) am 26./27.09.09. Und mit solch begeisterten Fans/Zuschauern im Rücken wie in Rudersberg, sollte bei der Team-EM in Jauer für unsere 2 Teams so einiges drin sein. Zumal insgesamt 14 Nationen mit jeweils mit ihren 3 besten Sidecar-Teams (Deutschland als Gastgeberland darf 2 Teams stellen) an den Start gehen werden, was alleine schon 3 Wertungsläufe mit viel Spannung verspricht. Und daher hier der Appell an alle Sidecarcross-Fans und Interessierte, am 26./27.09.09 nach Jauer (Nähe Dresden) zu kommen, und als würdige Gastgeber ein tolles Event zu erleben. Mehr Infos unter www.mc-jauer.de

Kommentieren ist momentan nicht möglich.