Sidecarcross-Action Jahresrückblick Teil2 Thematik: Livestream

LiveStreamWir möchten den Anlass nutzen, um über einige Dinge zu sprechen, die sich in Zukunft für uns warscheinlich ändern werden. In unserem Teil1 geht es um ein eher „leidiges“ Thema, der Livestream. Wir bekommen sehr viele Fragen bzgl. des Livestreams und wir haben festgestellt, das viele nicht wissen was dahinter steckt.

Daher möchten wir gerne einmal genauer auf dieses Thema eingehen:

  • Der Dienst: Wir nutzen hierfür den Streamingdienst UStream.tv. Dieser bietet eine App sowie den Player als iFrame zum einbetten auf die Webseite an. Dieser Dienst ist nur kostenlos, weil wir den kleinsten Account dort nutzen, also auch nur eine Übertragung (eine Kameraperspektive). Weiter führt das Folgendes mit sich: Werbeanzeigen werden von UStream in Hülle und Fülle angezeigt, wofür wir keinen cent bekommen, aber trotzdem sehr viel Kritik von unseren Zuschauern bekamen, da die Werbung teilweise direkt am Start kam etc.! Dafür können wir leider nichts! Aber nur so läßt es sich kostenlos nutzen.
  • Die Übertragung erfolgt über das Internet. Die Kamera, ein Smartphone (siehe Bild), mit installierter App filmt das Rennen und überträgt mittels mobiler Daten (3G) das Video. Hier kommt das größte Problem der Übertragung: Wir sind absolut abhängig vom mobilen Netz oder einer guten WiFi Verbindung des Pressezentrums. Ein Kabel zu verlegen ist nicht möglich und WiFi ist zu 90% erst garnicht verfügbar, zu langsam oder zu weit weg. Nun könnt Ihr Euch sicherlich denken, das so ein Video ordentlich Datenvolumen schluckt! Dem ist auch so, also muss der Mobilfunkvertrag auch ein großes Volumen beinhalten! Das kostet uns privat leider viel Geld.

Hier mal bildlich zum anschauen:

Live in Schwedt zur SMXoN: Smartphone auf Stativ: Stromversorgung durch Powerbank

  • In anderen Ländern ist es mit den Mobilen Netz erst recht nicht so einfach, also einen extra Auslandsvertrag wird benötigt, der aber gerademal 500MB beinhaltet. Das reicht für ein max. zwei Rennen! Leider funktionierte dies nur in Genk Belgien.
  • Oftmals ist an den Motocross-Strecken nur schlechtes oder kein Mobilfunknetz vorhanden. Teilweise hat nur der eine oder andere Anbieter dort Netz. Wir können aber nicht jeden Anbieter als Vertrag haben!
  • Im Jahr 2015 haben wir diese Technik zum ersten Mal angewendet, aber hatten leider keinerlei Erfahrung; „Haben wir vor Ort ausreichendes Mobilfunknetz oder nicht?“ Machmal ja, manchmal nur an schlechten Positionen oder das Netz bricht an den Renntagen ein (zuviele Störquellen), da es schon erst sehr schwach ist. Die erste Aufgabe war, das wir erneut die Motocross-Strecken besuchen musten, um zu schauen, ob es überhaupt funktioniert! Daher haben wir eine Ankündigung am Ende doch erst kurz vor den Rennen gemacht, weil wir einfach nie sagen konnten „geht oder geht nicht“. Umso schlimmer war es für uns, das wir vor Ort den ersten Test machten, aber an den Renntagen das Netz zusammengebrochen ist. Das Netz war sehr oft so schlecht, das eine Übertragung ausgegraut war, weil der Empfang nicht ausreichte, aber somit die Datenmenge verringert wurde. Dennoch ist mind. 3G erforderlich!
  • Die Kamera steht in der Regel an der Position, an dem Empfang ist, nicht wo es die beste Aussicht ist. Kommen beide Faktoren zusammen umso besser.
  • Kosten entstehen schon durch den erweiterten Mobilfunkvertrag. Dazu kommt noch das ein oder andere, z.B. einen TravelRouter für „hoffentlich“ besseren Empfang, Powerbanks und zusätzliches Datenvolumen.
  • Die Aufnahmen sind oftmals statisch und nur auf einen Ausschnitt der Strecke gelegt, weil wir Empfangsbedingt nicht einfach herumlaufen können. Und nur wenige Motocross-Strecken verfügen über eine große Aussicht mit viel Einblick, oftmals geht sogar nur ein kleiner Streckenabschnitt.
  • Sicherheit spielt eine große Rolle, denn wir nutzen unser eigenes Smartphone! Wir können es oftmals nicht einfach so auf der Strecke stehen lassen. Diese Geräte sind teuer, zudem hat man eine Menge Ärger mit dem nachhinein. Da wir uns gerne auf der Strecke koordinieren, ist das auch ein Problem, einer hat kein Mobiltelefon mehr.
  • Ist eine Übertragung nicht möglich, so versuchen wir wenigstens eine Art RE-LIVE zu bieten, bedeutet: Jemand filmt das komplette Rennen nonstop und wir laden es hoch. Aber das sind dann gleich mal 3-4 Gigabyte! Zu 99% haben wir keine Chance das so hochzuladen, so das es zeitnah für Euch verfügbar ist! Zudem benötigen wir eine Person dazu, die das durchführt.

Unser Fazit

Wir nehmen kein Blatt vor den Mund, daher möchte wir an dieser Stelle klarstellen:

  1. Livestream macht uns eine Menge zusätzlicher Arbeit, ob es dann geht oder nicht, ist nicht einmal gesagt
  2. Selbst der kostenlose Dienst ist nicht kostenlos, er ist kostenlos für unsere Zuschauer. Wir tragen die Kosten
  3. Ist störend bei der Arbeit auf der Rennstrecke in Sachen Kommunikation
  4. Aufwand&Kosten stehen in keiner Relation zum Ergebnis
  • Die Erwartungshaltung vieler hat sich direkt eingestellt: Einmal Livestream, immer Livestream. Man wird von vielen angeschrieben, gefragt usw. was jetzt endlich mit der Übertragung sei. Dabei stehen wir vielleicht gerade auf der Strecke und versuchen das Problem in den Griff zu bekommen, aber unsere andere Arbeit macht sich nicht von alleine! Irgendwann kommt die Stelle; Stress! Wir müssen den Livestream aufgeben und anfangen mit unsere Hauptarbeit: Videos zu filmen, Bilder, Notizen für Rennberichte etc., das Rennen startet dann meist in 1-2 Min und wir versuchen immernoch eine Übertragung zu bekommen.
  • Wir können nicht einmal mitteilen, das es gerade nicht geht und ob es überhaupt noch gehen wird, da wir an den Samstagen und Sonntagen viel andere Arbeit noch haben. Es tut uns leid, wenn viele sich auf einen entspannten Nachmittag vor dem Livestream am Sonntag gefreut haben! Ja natürlich, denn am Samstag lief der Livestream sogar (Beispiel SMXoN Schedt/Oder 2015). An dem Sonntag brach das WiFi (hier über WiFi vom Pressezentrum) Netz dermaßen zusammen, das rein garnichts mehr ging. Auf das Mobilfunknetz zu wechseln, keine Chance, das war zu schwach.

Wie geht es weiter

  • Entweder ganz oder garnicht! Ganz ehrlich: Wir wollen uns diesen enormen Arbeitsaufwand und Stress für eine simple Übertragung einfach nicht mehr nehmen, um im nachhinein Kritik zu bekommen. An die, die Kritik äußerten: Um einen ordentlichen Livestream aufzubauen, benötigen wir ein autarkes System mit ordentlicher Kamera, Kostenpunkt vierstellig. Um dann noch eine garantierte Übertragung zu gewährleisten, ist die Kommunikation über Satellit notwendig (Satellitenschüssel als Empfänger notwendig, Kostenpunkt auch vierstellig!), was mit monatlichen kosten im xxx Bereich zu Buche schlägt. Wärt Ihr bereit für diesen Dienst in Zukunft Geld zu zahlen? Wohl eher nicht.
  • Hatten wir kein Mobilfunknetz, aber jemand Bekanntes schon, so war trotz nachfragen (was uns sehr unangenehm ist), die Bereitschaft sein Smartphone oder Karte bereitzustellen doch eher schlecht! Damit meine ich nicht diejenigen, die sowieso kein oder kaum Datenvolumen besitzen, denn diese hätten es sogar gemacht. Wir können uns diese Anschaffung nicht erlauben, daher seid doch mit diesem Zusatzangebot zufrieden, wenn es lief!
  • Die Erfahrung brachte uns die Erkenntnis, keiner möchte das Unterstützen, schon garnicht, wenn derjenige Geld auf den Tisch legen muss. Wir sind am überlegen, ob diese Übertragungen in der jetzigen Form fortgeführt werden, sofern sich hier kein Unterstützer findet. In der jetzigen Form können wir nicht garantieren, das wir überhaupt übertragen.

Aber trotzdem sagen wir VIELEN DANK an Alle, die das zu schätzen wußten!

 

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Autor: Jürgen

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Jürgen Lauer