Vorbericht zum 6. DM-Lauf @Pflückuff am 29.05.16

Der MSC Pflückuff konnte im letzten Jahr auf ein 20 jähriges Bestehen zurückblicken. Im folgenden möchten wir die Motocrossanlage kurz vorstellen.

Der MSC Pflückuff ist am 29.05.16 Gastgeber zur internationalen deutschen Meisterschaft der Seitenwagenklasse und der deutschen Meisterschaft der Soloklasse MX2. Die Strecke liegt an der B182, zwischen Torgau und Neiden. Kurz vor dem Ort Neiden geht es nach links zur Crossstrecke „am Österreicher“.

Bis zu dem Jahr 2004 hat der MSC viermal auf dieser Strecke Weltmeisterschaftsläufe der Seitenwagen ausgetragen. Die Strecke ist im Jahr 1997 speziell für die Seitenwagen extra breit konzipiert. Die maximale Breite ist 12 Meter, minimal 6 Meter.

Durch Umstrukturierung des Vereines wurden in den darauffolgenden Jahren keine WM Läufe mehr ausgetragen. Es wurde mehr Läufe zur Sachsenmeisterschaft durchgeführt. Neiden ist bekannt, dass sie ein Publikum haben, was schon aus der Tradition heraus sehr interessiert auf Seitenwagenrennen ist, deshalb wird mit einem großen Zuschauerinteresse gerechnet. Bei dem jährlich durchgeführten Abschlußtraining, Ende Oktober, sind über 50 Seitenwagenteams da.

In den zurückliegenden Jahren hat sich in Neiden sehr viel getan. Das fängt schon an, dass jetzt eine vollkommen neue Straße mit einer extra gebauten Abbiegespur zum Crossgelände führt. Für die Motocrosstrecke wurde mit Unterstützung des ADAC Sachsen eine computergesteuerte Beregnung geschaffen.

Mittels eines Tiefbrunnens kann gesamte Strecke über verschiedene Stränge mit 180 Sprengern von zentraler Stelle beregnet werden, geht auch nachts vor dem Rennen. Die Strecke selber wurde modernisiert, neue Table wurden eingebaut, eine Wellensektion vorgesehen. Der Untergrund der Strecke ist abwechslungsreich, reicht von Erde/Lehmgemisch bis zur Sandstrecke.

Die erste Kurve nach dem Start kommt nach 80 Meter, es ist eine 90° Kurve und sie ist 25 breit, dann geht es einen Steilhang hinauf. Insgesamt sind 17 größere oder kleinere Sprünge bzw. Hindernisse eingebaut. Die Strecke ist anspruchsvoll. Die gesamte Strecke misst 1770 Meter. Das Fahrerlager hat eine Fläche von 25.000m2, ist teilweise überdacht und betoniert. Die Freifläche ist geschottert. Elektroanschluss ist möglich. Für die zu erwarteten vielen Zuschauer wurden zusätzliche Parkplätze direkt an der Strecke geschaffen. Parkgebühren sind im Eintrittspreis inbegriffen.

Das gesamte Areal ist 30ha groß. Neben der Motocrosstrecke gibt es noch eine Endurostrecke, die bis zu einer Länge von 5km ausgebaut werden kann. Für die Kinder mit 50 ccm³ Maschinen gibt es eine separate Kindermotocrossstrecke. In diesem Jahr wurde noch eine BMX-Fahrradstrecke gebaut, die für Kinder als auch für Profis (geteilte Spuren) nutzbar ist.

Text: Günter Schulz

Mehr Bilder und Programme sind unter www.msc-pflueckuff.de in Kürze zu sehen.

Faszination Seitenwagen in Torgau

Es ist immer wieder festzustellen, dass die Zuschauer in Neiden beim MSC Pflückuff e.V. im ADAC ein verstärktes Interesse an den Rennen der Seitenwagenklasse haben Bei jeder Gelegenheit wurde immer wieder die Frage gestellt, wann sehen wir wieder hochkarätige Rennen der Seitenwagen. Das letzte große Rennen war schon 2004, also vor 12 Jahren, ein Lauf zur Weltmeisterschaft. Dieser Wunsch soll sich in diesem Jahr am Sonntag, den 29.Mai mit einem Lauf zur internationalen deutschen Meisterschaft der Gespanne und der Soloklasse MX2 erfüllen. Aber wo liegt der Ursprung für dieses Interesse. Dazu habe ich mich mit Kurt Elschner aus Taura getroffen und er kann viel von den Anfängen des Motocrosssports im Torgauer Raum erzählen. Viele Seiten könnte man mit seinen Berichten, Bildern und Programmheften füllen. Anfang der 70 Jahre stand wieder ein 1. Maifest in Taura an. Ein Ort nahe Torgau und dieser Ort ist bekannt für tolle Einfälle die Einwohner mit Veranstaltungen zu begeistern, auch jetzt noch. Einige Männer kamen, wie gesagt Anfang der 70 Jahre auf die Idee, man müsste zur Gestaltung des 1.Mai einmal in einer Sandgrube Motocross fahren, es nannte sich Seriencross. An den vorhandenen Motorrädern wurde gebastelt, um sie für das fahren in der Sandgrube fit zu machen und sich nicht zu blamieren. 8 Mann traten dann am 1.Mai am Start an und hatten ihre Freude, sich im Gelände einmal austoben zu können, Zuerst kamen nur wenige Zuschauern, dies sollte sich im Laufe der Jahre ändern. Es war später rappe voll.

Anfang der 70 Jahre stand wieder ein 1. Maifest in Taura an. Ein Ort nahe Torgau und dieser Ort ist bekannt für tolle Einfälle die Einwohner mit Veranstaltungen zu begeistern, auch jetzt noch. Einige Männer kamen, wie gesagt Anfang der 70 Jahre auf die Idee, man müsste zur Gestaltung des 1.Mai einmal in einer Sandgrube Motocross fahren, es nannte sich Seriencross. An den vorhandenen Motorrädern wurde gebastelt, um sie für das fahren in der Sandgrube fit zu machen und sich nicht zu blamieren. 8 Mann traten dann am 1.Mai am Start an und hatten ihre Freude, sich im Gelände einmal austoben zu können, Zuerst kamen nur wenige Zuschauern, dies sollte sich im Laufe der Jahre ändern. Es war später rappe voll.

Jedes Jahr wurde an der Strecke oder besser gesagt am Gelände weiter gebastelt. Die Strecke konnte erweitert werden, nachdem ein Stück vom angrenzenden Wald mit genutzt werden durfte, später kam noch ein Stück Wiese hinzu. Eine Startrampe baute Kurt Elschner selber und so kam eins nach dem anderen hinzu. Es entstand eine Motocrosstrecke, die dann zu Kreismeisterschaften genutzt werden konnte. Diese Aktivitäten am Rande des Dorfes Taura lockte natürlich viele Motorsport begeisterte, auch von umliegenden Dörfern und Torgau, an ihre Serienmotorräder so umbauten, dass sie geländetauglich wurden. Sehr interessiert war von Anfang an, auch die Jugend für diesen Sport zu begeistern.

Es wurde eine technische Vorschrift erarbeitet, was man an den Fahrzeugen umbauen darf und was nicht verändert werden kann. Dabei war das Ziel, dass jeder Möglichkeiten haben sollte, mit geringen Mitteln aus einer Straßenmaschine eine „ Rennmaschine für Motocross“ zu basteln. Gekaufte Motocross Maschinen, die allen davon fuhren, wurden gar nicht zugelassen. Die Klassen wurden auch festgelegt, es gab die Klassen bis 50 ccm, 150 ccm, 250 ccm und Gespanne bis 350 ccm. Es sollten Rennen für Jedermann bleiben. Der Start mit gekauften speziellen Motocrossmaschinen war nicht möglich.

Kurt Elschner, ein begeisterter Motorsportler und Bastler, hatte eine AWO zu Hause. Er wollte noch mehr Action auf der Strecke. Ihn reizte das Fahren mit Gespanne. Hier werden andere Anforderungen an den Fahrer und Beifahrer gestellt, hier ist Teamarbeit in der Vorbereitung und im Rennen notwendig.

Mit seinem Schmiermaxen Karl Heinz Werkmeister baute er ein Gespann. Als Beiwagen wurde das Gestell einer alten Touren AWO verwendet. Im seinem ersten Rennen waren neben ihm nur Ermel am Start. Es gefiel vielen und plötzlich kamen viele Gespanne. Beim Besuch nationaler und internationaler Rennen wurde gestibitzt, Erfahrungen gesammelt und zu Hause umgesetzt.

 

Ab 1978 liegen mir Programme vor. Darin ist zu sehen, dass am 30.04.78 das 3. Tauraer Serien Moto Cross veranstaltet wurde. Am Start waren nur die Soloklasse bis 150 ccm und die Gespannklasse. In der Soloklasse waren 73 Fahrer am Start, in der Gespannklasse waren es 13. Als Fahrzeuge wurde vorrangig die MZ eingesetzt, wenige fuhren auf Jawa und CZ..Bei den Gespannen wurden AWO, Jawa und MZ eingesetzt.

Die Fahrer kamen alle aus der Umgebung von Taura bzw. Torgau. Kurt Elschner startete sowohl bei den Solos als auch bei den Gespannen. Wenn man die Starterlisten anschaut, sieht stehen dort viele bekannte Namen. Ihre Kinder oder Enkel sind jetzt wieder im Motocross aktiv bzw. sind in der Organisation bei Veranstaltungen dabei. Das zeigt die Faszination Motocross wird vererbt, sie steckt sozusagen im Blut.

Beim 4. Tauraer Serien Moto Cross am 10.09.78 wurde schon um die Kreismeisterschaft gekämpft. Hier hatte sich schon der Motorsportclub WTZ Bauglas Torgau im ADMV, Seriencross Gruppe Taura gebildet, später unter den Namen VEB Flachglaskombinat Torgau im ADAV der DDR.Harald Weber war der langjährige Vereinschef. Die Kreismeisterschaft wurde weiter auf den Strecken in Torgau am schwarzen Bär, in Blumberg ( später Zwethau ) und in der Tongrube Belgern ausgetragen. Hier gab es wieder erstaunlich viele Starter, 60 Starter Klasse bis 150 ccm, 8 Starter Klasse 50 ccm, 11 Starter Klasse über 150 ccm und schon 20 Gespanne. Beim 5. Tauraer Serien Moto Cross am 29.04 79 waren u.a. schon 27 Gespanne am Start. Die Teilnahme an der Gespannklasse nahm immer mehr zu, Zum Beispiel lag sie 1982 bei 31 Gespanne und alle kamen aus unserer Gegend. Die meisten kamen vom Flako Torgau . Als Fahrzeuge wurde die MZ 250/300 eingesetzt, auch von Kurt Elschner, und wenige Jawa und AWO. Wichtige Umbauten sind dann später am Fahrwerk der Gespanne vorgenommen worden. Mit dem Einbau von Gabelschwingen konnten wichtige Vorteile errungen werden. Dieser Entwicklung stand man kritisch gegenüber. Zum Ende des Jahres gab es in Torgau eine Festveranstaltung mit der Auszeichnung der Kreismeister im Motorsport. Der absolute Höhepunkt in Taura war am 28.04.1985 ein DDR Meisterschaftslauf der Jugend bis 50 ccm und ein DDR offener Lauf bis 125 ccm. Ende der 80 Jahre gab es Probleme mit der Nutzung der Wiese und des Waldes. Das war das Ende des Motorsports, es gab keine Strecke mehr. Der Neubeginn des Motocossports in Torgau wurde mit der Gründung des MSC Pflückuff am 12.10 1995 unter der Leitung von Volkmar Böhme eingeleitet.

Verfasser: Kurt Elschner, Günter Schulz