7. DM-Lauf @Reutlingen 04./05.06.16 – Verletzungsmisere trübt Meisterfeier

Eigentlich hatte der 1. RMC Reutlingen als Ausrichter des 7. DM-Laufes auf ein prall gefülltes Starterfeld gehofft. Die Vorzeichen dafür standen jedenfalls gut, mit geringen Punkteabständen der Top 5 sowohl in der DM als auch im DMSB-Pokal. Dazu noch terminlich eine Woche vor dem 4. Weltmeisterschaftslauf auf Schopfheimer Hartboden – ideales Training unter Wettkampfbedingungen für einige internationale Top-Teams. Daher hatte der RMC Reutlingen mit einer 2-Tages-Veranstaltung, großem Rahmenprogramm (Solos + Quad Serien auf der Strecke / großes Festzelt mit Livemusik etc.) wirklich für alles gesorgt.

Viele Absagen aufgrund von Verletzungen

Jedoch zwangen diverse Verletzungen einige Teams unfreiwillig eine Rennpause einzulegen. Fuhr #29 Axel Richter letzte Woche in Pflückuff schon mit Aushilfsbeifahrer Stefan Koch – da sich Patrick Leskow in Kamp-Lintfort verletzt hatte – verzichtete das Team auf einen Start in Reutlingen. Das gleiche Schicksal teilen #58 Joachim und Philipp Reimann, die in Pflückuff einen heftigen Abflug hatte, wie auch #100 Silvio Senz/Stefan Nicke, nachdem sich Fahrer Silvio Senz bereits beim WM-Lauf in Kramolin (CZ) einen Rippenbruch zugezogen hatte, und die Schmerzen eine  Start nicht zuließen. Ihren Ausflug zum Rennen der dänischen Meisterschaft Anfang Mai, haben #68 Markus Schuricht/Ronny Benning teuer bezahlen müssen. Beide hatten sich nach einer harten Landung nach zu langem Sprung, schmerzhafte Verletzungen in Rücken und Knie zugezogen und fallen weiter aus.

Über allem liegt allerdings die Fassungslosigkeit über das Schicksal von DMSB-Pokal Team #94 Thomas Kutschke/Patrick Schmidt. Fahrer Thomas Kutschke erlitt vergangenen Donnerstag bei einem schweren Verkehrsunfall, schwerwiegende Kopfverletzungen. Für alle Teams und Sidecarcross-Fans ein großer Schock. Auch von unserer Seite, wünschen wir dem Sportler Thomas Kutschke eine vollständige Genesung mit anschließender Rückkehr auf die Rennstrecke.

Nach dem sonnigen Qualisamstag mit teilweise staubigen Trainings, hatte in der Nacht starker Regen die Strecke mehr als bewässert. Und der kurz vor dem 1. Wertungslauf niedergegangene Schauer, sorgte dann dafür, dass die Hälfte des Feldes am Starthang im tiefen Matsch stecken blieb. Mit zwei Raketenstarts bogen die Lokalmatadoren #83 Tobias Garhammer/Bruno Kälin (D/CH) in beiden Läufen jeweils als zweite in die erste Kurve ein. Mit großem Kampf konnte sich das Duo auch lange Zeit gegen die anwesenden Top-Teams aus der WM wehren, am Ende waren die Ränge 5+6 das beste Saisonergebnis.

Die erwarteten Duelle an der Spitze zwischen #3 Jan Hendrickx/Ben van den Bogaart (B/NL), #11 Daniel Willemsen/Peter Beunk (NL/NL) und #23 Kristof Santermans/Elvijs Mucenieks (B/LV) blieben leider aus. #11 Willemsen/Beunk kamen beide Male schlecht vom Gatter weg, und mussten sich aus dem Mittelfeld nach vorne arbeiten. Vor allem im 1. Lauf war aufgrund des vielen Matsches nur eine Fahrspur vorhanden, was ein Überholen schwierig gestaltete. Mit den Rängen 4+3 reichte es so in der Tagesswertung für den Rekordweltmeister nur zu Rang drei, hinter #3 Hendrickx/v.d.Bogaart (2+1) und #23 Santermans/Mucenieks (1+2).

Den größten Jubel gab es allerdings bei #15 Andreas Clohse/Christian Verhagen (B/NL), die sich nun deutsche Meister 2016 nennen dürfen. Mit Rang 6+5 und 62 Punkten Vorsprung auf #86 Marcel Faustmann/Andres Haller ist Ihnen der Titel vor dem DM-Finale in Schenkenhorst Anfang September nicht mehr zu nehmen. Für #22 Benjamin Weiss/Patrick Schneider (A/A) gilt es dann den dritten Gesamtrang vor #56 Inderbitzin/Forster (CH/D) zu verteidigen, und mit einem Auge nach dem Vizetitel zu schielen. Im DMSB-Pokal geht es beim Finale in Schenkenhorst dagegen noch mit Hochspannung um den Meistertitel. Gleich drei Teams haben die Chance die Meisterschaft zu gewinnen, oder am Ende nur dritter zu werden. #273 Robin Ohl/Patrick Reinert haben als aktuelle Leader und mit 4 bzw. 14 Punkten Vorsprung auf #60 Tino Hannuschke/Uwe Friedrisszyk und #193 Hendrick Hartmann/Bordtländer die beste Ausgangsposition.

Sebastian Aull