7. GP @Strassbessenbach (D) 17.07.16 – #14 Adriaenssen/Daiders bauen Vorsprung aus

„Bax is back“, so hieß es nach dem Sieg beim 6. GP in Genk. Nach vielen Rückschlägen mit ihrem Yamaha-Projekt, zogen die beiden Niederländer die Reißleine und wechselten zurück auf bewährtes Weltmeistermaterial. Mit dem neuen WSP-Zabel gelang der erste Saisonsieg, und die Erwartungen der Fans für den 7.GP in Strassbessenbach waren entsprechend hoch.

1. #14 Adriaenssen / Daiders (B/LV)
2. # 3 Hendrickx / van den Bogaart (B/NL)
3. # 5 Brown / J. Chamberlain (GB/GB)
4. # 2 Giraud / Musset (F/F)
5. #82 Bax / Bax (NL/NL)
Rennstart Race1
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In Strassbessenbach ist alles wie immer….. perfekt. Mit nur einem Satz lässt sich das Geschehen beim 7. GP im bayrischen Strassbessenbach am besten beschreiben. Neben der wie immer bestens präparierten Strecke und einer reibungslosen Organisation des MSC Strassbessenbach, sahen die zahlreichen Zuschauer bei angenehmen sommerlichem Wetter großartigen Seitenwagensport. Auffallend auch in diesem Jahr wieder: mit 46 Teams die höchste Starterzahl bei allen (bisherigen) GP’s, zeigt die Beliebtheit dieser einzigartigen Naturstrecke, und der Reiz dort Rennen zu fahren..

Ein wenig schade aus deutscher Sicht war, dass sich beim Heim-GP nur drei deutsche Gespanne für die beiden Wertungsläufe qualifizieren konnten. Das aktuell beste deutsche Team in der WM-Wertung #86 Marcel Faustmann/Andres Haller schafften dies direkt, #37 Tobias Blank/Michael Klooz und #911 Adrian Peter/Andy Schlinnertz über die Last Chance. Für #58 Reimann/Reimann, #55 Prokesch/Hildebrand, #121 Engelbrecht/Hegewald und #100 Senz/Klumpers reichte es dagegen leider nicht. Auch der Rekordweltmeister #111 Daniel Willemsen (NL) musste zuschauen. Beifahrer Peter Beunk (NL) bekam im Qualirace einen großen Stein direkt auf die Brille und erlitte einen Schädelbruch. Nach seinem mehrfachen Kieferbruch von Schopfheim, der nächste schwere Schlag für das Team Willemsen/Beunk.

1. Lauf  –  Top Five Teams vorneweg

Mit dem Hole-Shot legten #3 Jan Hendrickx/Ben van den Bogaart (B/NL), den Grundstein für ihren Laufsieg im 1. Wertungslauf. Sämtliche Angriffe, erst von #82 Etienne Bax/Robbie Bax (NL/NL) und später dann von #14 Ben Adriaenssen/Lauris Daiders (B/LV), konnten die aktuellen Gesamtzweiten erfolgreich abwehren. Für #82 Bax/Bax lief es nach dem Tagessieg in Genk letzte Woche dagegen etwas unglücklich. Wieder auf WSP-Zabel unterwegs, verloren sie buchstäblich in der letzten Kurve noch Rang drei an #5 Stuart Brown/Josh Chamberlain (GB/GB). Für die Polsetter #2 Valentin Giraud/Nicolas Musset (F/F) hieß es nach ganz schwachem Start Schadensbegrenzung zu betreiben. Aus dem Mittelfeld konnten sie bis Rennende zwar noch bis an die Spitze aufschließen, jedeoch endete die Reise auf Rang fünf.

Für #37 Blank/Klooz war der eine WM-Punkt für Rang 20 Schwerstarbeit. Über die gesamte Renndistanz waren sie in Positionskämpfe verwickelt. Pech hatten #86 Faustmann/Haller, die mit Reifenschaden kurz vor Schluss Tempo rausnehmen mussten, und so noch von Platz 17 bis auf 22 zurückfielen, aber noch vor #911 Peter/Schlinnertz blieben. Ein gelöstes Kabel und die damit verbundenen Elektrikprobleme, machten vier Runden vor Schluss den neuten Platz von #8 Andy Bürgler/Martin Betschart (CH/CH) zunichte, während die beiden Österreicher #22 Benjamin Weiss/Patrick Schneider von ganz hinten noch bis in die Punkte (Rang 17) fuhren.

2. Lauf  –  Adriaenssen überzeugt mit Konstanz

Auch im 2. Wertungslauf gab es einen ungefährdeten Start/Ziel-Sieg. Diesmal waren es Ex-Doppelweltmeister #14 Adriaenssen/Daiders, die mit ihrem Laufsieg auch die Tageswertung für sich entschieden, und ihren Vorsprung in der Gesamtwertung ausbauen konnten. #82 Bax/Bax bogen zwar als zweite in die erste Kurve, konnten das Tempo der Spitze allerdings nicht mitgehen. #5 Brown/J.Chamberlain machten bereits in Runde drei kurzen Prozess mit dem Niederländischen Brüderpaar, und zogen vorbei. Sichtlich bedient war Etienne Bax dann im Ziel, als in der letzten Runde auch noch #17 Tomaz Cermak/Ondrej Cermak (CZ/CZ) den amtierenden Weltmeister bis auf Rang sechs durchgereicht hatten. Aber auch von den Franzosen #2 Giraud/Musset hatte man nach der Dominaz in der samstäglichen Quali mehr erwartet als die Ränge 4+5, gerade nach den überlegenen Siegen auf Hartboden (Kramolin, Brou und Schopfheim).

Mit nun einwandfrei funktionierendem Material zeigten die deutschsprachigen Schweizer #8 Bürgler/Betschart mit Rang sieben, dass sie ohne Fehlerteufel locker in die Top ten fahren können. Die Kondition von Fahrer oder Beifahrer war bei vielen Teams der entscheidende Faktor für das Laufergebnis. So erging es einigen Teams ähnlich wie #86 Faustmann/Haller, die als zehnte aus der ersten Runde kamen, im Ziel aber mit leeren Händen da standen und bis auf Rang 22. durchgereicht wurden. Recht deutlich sichtbar lag das Konditionsdefizit bei den beiden Deutschen nicht wie z.B. bei #82 Bax/Bax am Beifahrer. Für #37 Blank/Klooz wie auch #22 Weiss/Schneider gab es ebenfalls keine Punkte, #911 Peter/Schlinnertz sahen die Zielflagge nach Ausfall erst gar nicht.

Zwischenfazit und Ausblick

Mächtig viel Bewegung im Gesamtklassement, zegt sich bei genauerem Hinsehen der einzelnen Ergebnisse. Nach der Nullrunde zum Auftakt in Oss (NL), kamen die Vizeweltmeister #2 Giraud/Musset nach sechs Laufsiegen mit dem Red-Plate zum 5. GP nach Varsseveld (NL). Mit 69 Punkten Rückstand auf #14 Adriaenssen/Daiders, geht die nun folgenden Baltikum-Tour zum 8. GP nach Stelpe (LV) und 9. GP nach Kivioli (EST). Und auch für #111 Daniel Willemsen heißt es nun einen Ersatzbeifahrer zu suchen, um die Saison nicht vorzeitig beenden zu müssen. Auch wenn der Abstand zwischen Rang eins und sechs bereits 100 Punkte beträgt, so zeigt alleine das Beispiel #2 Giraud/Musset wie nah auf und ab beieinander liegen. Für die letzten 4 GP’s ist somit noch für ausreichend Spannung gesorgt.

Sebastian Aull