Rennbericht 4.DM-Lauf @Wriezen 01.05.17

MX-Gespann-DM: Drama um Andreas Clohse

Bei Doppelsieg von Santermans/Daiders im tiefen Sand von Wriezen, muss Andreas Clohse nach Startunfall mit Rettungshubschrauber in Berliner Klinik. Nochmalige Leistungssteigerung der beiden Vorarlberger Weiss/Schneider als Zweite der Tagesswertung.

Erwartungsgemäß nahmen am 1. Maifeiertag lediglich die TopTen der int. Deutschen Meisterschaft 2017 die weiten Reisestrapazen ins Brandenburgische 8000 Seelen Örtchen Wriezen (unweit der polnischen Grenze) auf sich, um im tiefsten Sand auf Punktejagd zu gehen. Der extrem hohe Zuschauerzuspruch – traditionell fast bei allen Motocross-Veranstaltungen, egal wo in den alten Bundesländern – spornte dabei zusätzlich an.

Nach Bestzeit im Zeittraining, konnten die sympathischen Österreicher Weiss/Schneider richtig Kapital aus ihrer Pole Position schlagen und rückten mit den Plätzen drei und zwei als Tageszweite im Gesamtklassement ebenfalls auf Rang 2 vorrücken. Lediglich der belgische Haudegen Kristof Santermans mit seinem lettischen Beifahrer Lauris Daiders mit zwei Laufsiegen, waren für die Vorarlberger nicht zu bezwingen. Mit diesem Doppelsieg übernahmen Santermans/Daiders auch die Führung im Gesamtklassement vom bisherigen Spitzenreiter und amtierenden deutschen Meister Andreas Clohse, ebenfalls aus Belgien, und dessen Beifahrer Andres Haller (D).

Denn für Andreas Clohse endete der Tag auf dramatische Weise per Rettungshubschrauber in einer Berliner Klinik.

Was war passiert? Beim Start zum ersten Lauf, kamen sich aufgrund von extremer Staubentwicklung und der daraus resultierenden schlechten Sicht, in der ersten Kurve die Gespanne von insgesamt fünf Teams – neben Clohse/Haller waren dies Richter/Kälin, Faustmann/Frech, Schuricht/Benning und Pietzer/Nikolaus – ins Gehege. Es dauerte einige Zeit, bis alle Beteiligten sich wieder aufgerappelt hatten und das Rennen wieder aufnehmen konnten. Das Feld war da schon über eine dreiviertel Runde enteilt.

Clohse/Haller fuhren bei Ihrer Aufholjagd sensationell bis auf Rang sieben nach vorne, ehe ihnen knapp 100m vorm Ziel der Sprit ausging. Mit einem riesigen Kraftakt, schoben sie das Gespann die letzten Meter durch den tiefen Sand über die Ziellinie und wurden so am Ende als zehnte gewertet. Das wirkliche Drama kam allerdings im zweiten Lauf. Schon in der Rennpause zwischen den beiden Wertungsläufen klagte Andreas Clohse über starke Kopf- und Nackenschmerzen, nachdem ihm laut eigener Aussage bereits beim Startcrash kurzzeitig schwarz vor Augen gewesen war, er das Rennen aber noch beendet hatte.

Dies hielt ihn aber nicht von einem Start im zweiten Lauf ab. Nach drei Runden fuhr Clohse jedoch in die Boxengasse, klagte über starke Nackenschmerzen sowie Kreislaufprobleme und wurde nach dem absteigen vom Gespann direkt Ohnmächtig. Während der ärztlichen Erstversorgung gab es weitere besorgniserregende Symptome im Bewegungsapparat, woraufhin das medizinische Personal den schnellstmöglichen Transport per Rettungshubschrauber in eine Berliner Spezialklinik veranlasste. Bleibt zu hoffen, dass es sich um keine ernsthaftere Verletzung handelt, und Andreas Clohse schnell wieder fit auf die Rennstrecke zurückkehrt.

Der beste deutsche Fahrer war diesmal der aus Vockerrode stammende Silvio Senz. Zusammen mit seinem niederländischen Beifahrer Nick Maas war das gesamte Team mehr als zufrieden über den vierten Platz in der Tageswertung, vor Blank/Klooz und Faustmann/Frech.

Nur die ersten fünf der DMSB-Motocross-Pokal Wertung waren in Wriezen am Start, und konnten so aufgrund das geringen Starterfeldes mit guten Platzierungen ordentlich Punkte einfahren. In der Gesamtwertung blieb soweit alles beim Alten, Knübben/Ilten sind nun Punktgleich mit Pietzer/Nikolaus.

Nach dem tiefen Sand im nordöstlichen Wriezen (nahe der polnischen Grenze) geht es für den DM/Pokal-Tross in drei Wochen in das südwestliche Schopfheim (direkt an der Schweizer Grenze), wo am 21.05.17 der fünfte Lauf zur deutschen Meisterschaft ansteht. Dazwischen befinden sich am kommenden Wochenende die Weltmeisterschaftsläufe 2 und 3 in Chernivtsi (Ukraine), und eine Woche später im tschechischen Kramolin (nahe Pilsen). Offen bleibt noch die Frage nach der Sinnhaftigkeit des Ukraine GP. Nach wie vor herrschen im Land der Klitschko-Box-Brüder schwere Unruhen. Die ersten Teams, wie z.B. Gert van Werven/Siebe van der Putten (NL) haben aufgrund von Sicherheitsbedenken ihre Teilnahme bereits im Vorfeld abgesagt.