4.GP @Schopfheim (D) 11./12.06.2016 – Rennbericht

Es war wieder soweit, der MSC Schopfheim hatte zum Weltmeisterschaftslauf der Klassen Seitenwagen geladen. Nach drei Wochen harter Arbeit waren die Vorbereitungen für ein großes Weltmeisterschaftswochenende in Schopfheim abgeschlossen. So konnte der Verein bereits auf eine erfolgreich ausgeführte Weltmeisterschaft im vergangenen Jahr zurückblicken, dementsprechend hoch waren die Erwartungen in diesem Jahr.

1. Giraud - Musset 50 Pkt.
2. Adriaenssen/Daiders 40 Pkt.
3. Vanluchene/Kurpnieks 40 Pkt.
4. Santermans/Mucebieks 34 Pkt.
5. Hendrickx/van den Bogaart 29 Pkt.
6. van Werven/van der Puttebn 29 Pkt.

Matschrennen und sich überschlagende Ereignisse

Trotz blauen Himmels und strahlender Sonne, reisten die Teilnehmer mit Ihren Team-LKWs am heißen Freitag eher mit gemischten Gefühlen an. Der Wetterbericht verunsicherte viele schon im vornherein, denn es wurde eine Regenwahrscheinlichkeit von 99% vorausgesagt. Leider musste man sich in der Nacht zum Qualifikationssamstag mit dem Gedanken an ein Matschrennen abfinden, den starke Regenfällen fielen in der Nacht und hielten bis in den Morgengrauen an. Das Wetter spielte total verrückt, von starken Regenfällen im Wechsel mit strahlenden Sonnenschein über den gesamten Samstag beeinträchtigten die Bedingungen nicht nur auf der Rennstrecke, sondern auch auf den Campingplatz und in den Fahrerlagern. So war alles zur großen Schlammschlacht angerichtet. Mit Erstaunen musste man feststellen, dass der MSC Schopfheim mit großer Gelassenheit diesen widrigen Bedingungen trotzte. Top organisiert wurden Rennen teilweise ein wenig verschoben, weniger wichtige freie Trainingseinheiten der nationalen Rennen zu Gunsten der Weltmeisterschaft weggelassen, sowie die Rennstrecke mit durchdachten Wällen und Abläufen von groben Wassermassen befreit.

Qualifikationssamstag

Gruppe A

36 Gespanne traten in den zwei Qualifikationsrennen auf der matschigen sowie rutschigen Piste an. In der Gruppe A konnten die Franzosen Giraud und Musset sich direkt absetzen und dominierten die Spitze mit enormen Vorsprung. Doch dann überschlugen sich die Ereignisse im wahrsten Sinne des Wortes. Beim Zweikampf zwischen dem niederländischen Gespann Willemsen/Beunk mit den Engländern Wilkinson/Chamberlain, wo sich der 10fache Weltmeister und Fahrer Daniel Willemsen bei der Kollision den Kiefer mehrfach brach. Willemsen wurde von einem Rettungshubschrauber ins Spital gebracht. Das Gespann trat keine weiteren Rennen mehr an diesem Wochenende an. Das belgische Gespann Goeyvaerts/Bielen auch leider kein Glück. Sie stürzten etwa zeitgleich wie Willemsen/Beunk. So wurde das Qualifikationsrennen der Gruppe A nach etwas mehr als 10 Minuten abgebrochen und gewertet. Nach gerade einmal fünf gefahrenen Runden konnten Giraud/Musset das Rennen für sich entscheiden. Kein anderes Team erreichte die spitzen Rundenzeiten von Giraud/Musset. Zweiter wurde Cermak/Cermak gefolgt von Adriaenssen/Daiders.

Gruppe B

Den Start des Qualifikationsrennens der Gruppe B konnten Van Luchene/Kurpnieks für sich entscheiden, jedoch nicht halten. So schossen die Engländer Brown/Chamberlain an Ihnen vorbei und fuhren allen mit unschlagbaren Abstand voraus. Brown/Chamberlain erhielten einen verdienten ersten Platz, Vanluchene/Kurpnieks wurden zweiter, Jarvis/Nilsson Dritter. Es war ein interessanter Anblick, Vanluchene/Kurpnieks als einzigstes Gespann auf der Strecke zu sehen, das einiger maßen sauber blieb, während alle anderen Gespanne vor dicker Matschschicht kaum zu erkennen waren. Etwas Pech hatte der Belgier Jan Hendrickx mit seinem niederländischen Beifahrer Ben van den Bogaart, denn nach wenigen Runden gab es Probleme mit der Kraftstoffversorgung und das Motorrad blieb auf der Strecke stehen. Dies spürte auch das österreichische Team Weiss/Schneider, was durch eine leichte Kollision mit dem liegengebliebenen Motorrad Plätze einbüßen musste. Hendrickx/van den Bogaart musten sich nun über das Last Chance noch qualifizieren, was Ihnen dann auch gelang Unter den deutschen Teams konnten sich Faustmann/Haller für den Start am Sonntag direkt qualifizieren. Reimann/Reimann und Blank/Klooz qualifizierten sich glücklicherweise noch beim Last Chance Rennen. Blank/Klooz hatten zuvor beim Rennen Probleme mit einer defekten Zündbox und Probleme mit dem Hinterrad.

Rennsonntag

1. Wertungslauf

Den Start des ersten Wertungslaufs konnten Adriaenssen/Daiders vor Vanluchene/Kurpnieks für sich entscheiden. Vanluchene/Kurpnieks konnten aber bereits in der zweiten Runde die Führung für sich holen. Doch das sollte nicht lange so bleiben, denn Giraud/Musset fuhren stark und entschlossen und konnten Ihren anfänglichen dritten Platz bereits in der dritten Runde zur unangefochtenen Führung ausbauen und den Lauf für sich entscheiden. In der letzten Runde qualmte das Motorrad von Giraud/Musset, aber dies war von keiner großen Bedeutung. Kurz vor Ende des ersten Laufs wurde es noch einmal spannend, denn Adriaenssen/Daiders konnten sich nochmal an Vanluchene/Kurpnieks Fersen heften, dennoch blieb es bei einem dritten Platz. Dem deutschen Team Blank/Klooz streikte das Motorrad bereits in der ersten Runde und blieb nach dem Start in der ersten Kurve stehen. Ein anderes Gespann rammte die Jungs und fuhren dem Fahrer Tobias Blank in den Fuß. Das Motorrad streikte und somit war der erste Lauf leider gelaufen. Nach dem Rennen schwoll Tobias Blanks Fuß, das ein Start im zweiten Lauf nicht möglich machte. Das deutsche Team Faustmann/Haller konnte dagegen 15. Platz machen und somit 6 WM Punkte einfahren.

2. Wertungslauf

Das Wetter spielte mit und der zweite Wertungslauf startete wie geplant. Doch dann geschah etwas, womit kaum einer rechnete; Die Startanlage machte Probleme und das Fallgatter stürzte nur bei wenigen Gespannen zu Boden. Der Lauf wurde sofort gestoppt und die Startanlage von den Sportkommissaren unter die Lupe genommen.

Man fragte sich, was nun geschehen solle, denn die Startanlage löst nicht richtig aus, aber man möchte den zweiten Wertungslauf nun beginnen. Es folgte eine Überraschung, denn es wurde ein klassischer Flaggenstart angeordnet. Das bedeutet der Rennstart wird nicht mit einem fallenden Gatter, sondern mit dem schwenk einer Flagge eingeläutet.

Den zweiten Lauf konnten sich wieder die starken Franzosen Giraud/Musset für sich entscheiden und fuhren sich nicht nur mit 50 Punkten den Tagessieg, sondern auch das Red Plate ein, denn sie sind nun nach drei makellos gewonnen führende der Weltmeisterschaft. Zweiter wurde Stuart Brown, Dritter Adriaenssen/Daiders.

Der aktuelle Weltmeister Etienne Bax mit seinem Beifahrer und Bruder Robbie Bax hatte nicht so viel Glück. Ihr Gespann qualmte verdächtig stark beim Fahren. Dann geschah es, der Motorblock brach kurz vor dem Ziel im ersten Lauf, woraufhin sie das Gespann über das Ziel schoben. Aber auch im zweiten Lauf hatten sie wieder Pech, was Bax/Bax aktuell einen 9ten Platz in der Gesamtwertung der Weltmeisterschaft bringt. Hendrickx/van den Boogart, die aus der zweiten Startreihe Ihre Läufe absolvieren musten, konnten am Ende doch einen guten 5.Platz in der Tageswertung machen.

Unter den deutschen Teams konnte auch hier nur Faustmann/Haller noch Punkten. Sie belegten einen 14.Platz und bekamen so 7 Zähler auf Ihr WM-Konto. Willemsen/Beunk, die zuvor die Führer der Weltmeisterschaft waren, fiehlen durch Ihren Ausfall von Platz 1. Auf 6. der Weltmeisterschaftsgesamtwertung zurück.

Fazit

Am Ende spielte das Wetter doch mit und die Sonne lachte zu den Rennen. Die Organisation des Vereins war in Ordnung und es wurde noch ein schöner Rennsonntag. Sogar für die im Matschversunkenen LKWs und PKWs in den Fahrerlagern standen Traktoren bereit, die einen nach dem anderen rauszogen. Man rechnete durch das schlechte Wetter nicht mit großen Publikumsverkehr, am Ende kamen doch noch ein paar Fans und jubelten den Teams zu.

Alles rund um den WM-Lauf @Schopfheim

Jürgen Lauer