5. DM-Lauf in Reutlingen / Mehr Lazarett als ein DM-Lauf

Eigentlich heißt diese Rubrik hier Rennbericht DM. Und wer hier alles zum Renngeschehen erfahren will, ist im Grunde auch richtig. Den Rennbericht vom heutigen 5. DM-Lauf – welcher im Baden-Württembergischen Reutlingen statt gefunden hat – wird es natürlich auch geben, aber zuerst sollte man den aktuellen Krankenbericht der Seitenwagen-Klasse (vorrangig der „A-Lizenz’ler Teams“) gelesen haben, um die am Ende des Tages feststehenden Ergebnisse besser zu verstehen bze. einordnen zu können. Vorab: das Wetter top, Vormittags Sonnenschein mit leichter Bewölkung und Nachmittags bei den beiden Wertungsläufen dann aber Sonne satt mit ca. 24°C. Die Rennstrecke wurde vom 1. MRC Reutlingen wie immer bestens präpariert, und der gesamte Event an diesem Wochenende wie immer perfekt organisiert. Für beiden Serien gemeldet hatten vorab 38 Teams, anwesend vor Ort waren es dann aber em Ende schlussendlich nur….. sagen wir 31,5 um genau zu sein. Aber dazu später mehr.Denn nach dem letzten GP in Kramolin (CZ) am vergangenen Wochenende gab es für einige Teams – darunter auch zwei der momentan in den Top 5 in der DM liegenden Teams – aus ärztlicher Sicht ziemliche Horrormeldungen.

Garhammer mit GipsWie bereits vermeldet, hat sich #49 Tobias Garhammer die linke Achillissehne gerissen und wird sehr wahrscheinlich dieses Jahr kein Rennen mehr fahren. Nach einem Sturz im 1. Lauf in Kramolin riss Fahrer #34 Benny Weiss das vordere linke Kreuzband – OP wie bei Tobias Garhammer nächste Woche und damit das Saisonaus. Beifahrer Patrick Schneider hat starke Prellungen im Rücken und Rippenbereich davon getragen. Patient Nr. 3 ist Beifahrer Christian Daiss vom Team #54 T.Blank/Daiss. Nachdem ebenfalls beim 1. Lauf in Kramolin ein anderes Team Christian Daiss in den Rücken geknallt war, musste er mit taubheitsgefühlen in den Beinen in dieser Woche zur Behandlung ins Krankenhaus. Vermutet wird eine Quetschung des Rückenmarks, durch die Taubheitsgefühle hervorgerufen werden können. Eine endgültige Diagnose ist aber zur Zeit noch nicht bekannt. Gestern erwischte es dann schon gleich im Freien Training die aktuellen DM-Zweiten #23 Walter/Vonbun. Beim Bergaufsprung machte Beifahrer Johannes Vonbun eine unglückliche Bewegung, bei der eine alte Rippenprellung von Anfang der Saison wieder auftrat und ihm neben großen Schmerzen auch die Luft wegblieb. Nachdem das Team dann in der Quali lediglich 2 Runden fuhr – dabei aber immerhin die schnellste in der Gruppe A (!!!) – und dem Verzicht auf das Warm up am Sonntag morgen, war zunächst geplant beim 1. Lauf zu starten um zu schauen ob es irgendwie geht. Dazu dann später mehr. Mit einem Loch in der Kniescheibe (natürlich auch in Kramolin erlitten) humpelte #71 Markus Prokesch in den Vorstart. Am Rande noch erwähnenswert, wenn auch einen Niederländisches Team betreffend, aber der aktuell an 7. Stelle im Gesamtklassement liegende #17 van Werven/Beunk trug nach einem Sturz in Kramolin eine Rückenverletzung davon, die einen geplanten Start in Reutlingen verhinderte.

Spannung an der Spitze im 1. Lauf

Nach dem vielen Ausfällen der potentiellen Podestplatz-Teams ergeben sich aber auch neue Möglichkeiten für die Gespanne die sonst um die Plätze 4 bis 10 kämpfen, ihre besten Ergebnisse bei DM-Rennen zu erzielen. Aber so ganz wollten die angeschlagenen Teams dann doch nicht nachgeben. Und so konnten #23 Walter/Vonbun bis gut 4 Runden vor Schluss die Führung vor #8 Bürgler/Betschart behaupten. Der bis dahin tapfer kämpfende Beifahrer Johannes Vonbun konnte dann das Tempo aber nicht mehr mitgehen. Darauf hatten die beiden Schweizer gewartet und übernahmen die Führung. Auch der Kampf um Platz drei zwischen #26 Morch/Godau und #19 Clohse/Raskin war mit mehreren Überholmanövern äußerst sehenswert, mit dem besseren Ende für die beiden jungen Deutschen, die zwar am Rennbeginn den Holeshot gewonnen hatten, und dann auch in den ersten drei Runden die Führung behaupten konnten, dann aber gegen die beiden Spitzen-Linksboot-Teams von Bürgler und Walter zwar das nachsehen hatten, im Ziel dann aber zurecht ihren dritten Rang feierten. Stark auch als sechste #134 Faustmann/Benning. Den Laufsieg in im dt. Motocross-Pokal holten sich #911 Peter/Ohl vor #60 T.Hannuschke/Friedrissczyk.

Die Geschehnisse des 2. Wertungslaufes der ersten vier Plätzen –> ein Deja-vu

Denn für den 2. Lauf –> siehe (zumindest zu 92,8%) Lauf 1! Lediglich beim Start gewannen #8 Bürgler/Betschart den Holeshot, sowie dann auch den 2. Lauf mit einem Start/Ziel-Sieg mit am Ende über 25sek. Vorsprung vor #23 Walter/Vonbun, die am Ende des Tages mit zwei zweiten Rängen dann doch unerwartet mehr erreicht hatten, als sie noch am Morgen aufgrund der Rippenverletzung von Beifahrer Johannes „Jonny“ Vonbun (A) für möglich hielten. #26 Morch/Godau, die sich wie bereits gesagt erfolgreich als dritte im 1. Lauf mit #19 Clohse/Raskin (im 2. Lauf gute sechste) duellierten, konnten im 2. Wertungslauf dann die beiden Top-Schweizer #147 Boller/Wälti (auf Rang fünf liegend mit techn. Ausfall im 1. Lauf) in Zaum halten, und wurden so am Ende des Tages mit zwei wirklich sehr sehr starken Leistungen verdiente dritte in der Tageswertung. Nach dem Sturz in Runde eins des 1. Laufes (im Ziel dann nur 12.), und einem für ihre Verhältnisse angemessenen fünften Rang im 2. Lauf zeigten #73 Richter/Nicke, dass Sie zu den aktuellen Top sieben Team deutschen Teams gehören, und zurecht neue vierte im Gesamtklassement der int. DM sind. Aber auch #134 Faustmann/Benning als siebte im 2. Lauf und am Ende Gesamtfünfte, sind nach schlechem Start in die Saison nun im Gesamtklassement mit danach konstanten Leistungen bis auf Rang vorgerückt. Die großen Pechvögel dieses Wochenendes waren zweifelsohne die beiden jungen Brüder #169 Michael & Max Frech aus Rheinfelden, die nach Ausfall einem Kühlerschaden im 1. Lauf, einen spektakulären Startcrash im 2. Wertungslauf hatten, und somit zwar ohne Verletzung, aber dafür ohne Punkte nach Hause fahren mussten.

#911 Peter/OhlIm dt. Motocross-Pokal (B-Lizenz) wird es wohl bis zum Ende der Saison ein Duell auf Augenhöhe der beiden Teams #60 T.Hannuschke/U.Friedrissyk (Tagessieger in Reutlingen und aktuell mit 6Pkt. Vorsprung im Gesamtklassement) und den Newcomern #911 Peter/Ohl geben – an diesem Wochenende in Reutlingen Gesamtzweite in der Pokalwertung aufgrund des schlechteren Ergebnisses im 2. Lauf – geben. Jahrelange Sidecarcrosserfahrung (#60 T.Hannuschke/Friedrissyk) gegen jugendliche Unbekümmertheit (#911 Peter/Ohl) ist das Motto für die beiden letzen Veranstaltungen in Schopfheim (15.06.14) und dem Finallauf in Vellahn am 06.07.14. Und der Pokalsieger, wird dann am Ende neben dem jeweiligen Vizemeister entweder #68 Schuricht/Klooz oder #101 Schlehan/Schmidt – aktuell die Kontrahenten um Rang drei in der Gesamtwertung – dann letzendlich als Gesamtdritte mit auf dem „Stockerl“ begrüßen dürfen.

Nach der Dominanz der letzen Jahre durch den mehrfachen deutschen Meister #5 Marko Happich (mit Böhme, Wijs, Weinmann, Schelbert als Beifahrer) und in den letzten beiden Jahren durch Meisterschaften der jungen Letten #1 Janis Daiders/Lauris Daiders, ist die int. dt. Meisterschaft in der Seitenwagen-Klasse (Sidecarcross) Endlich mal wieder etwas enger zusammen gerückt und spannend wie seit Jahren nicht mehr! In den letzten noch ausstehenden 4 Wertungsläufen kann vieles passieren. Sollten #8 Bürgler/Betschart von Verletzungen und/oder Ausfällen aufgrund eines techn. Defektes verschont bleiben, so wird den beiden Schweizern der Gewinn des 2. Meistertitels nach 2007 nicht mehr zu nehmen sein. Und für die momentan auf Gesamtrang 2 liegenden #23 Walter/Vonbun wäre es die erste Vizemeisterschaft in ihrer Karriere.