Belgische Teams erobern Aufenau / B-Lizenz Teams mit großem Verletzungspech

Wächtersbach/Aufenau hieß an diesem Wochenende des 21./22.04.12 die dritte Station zur int. Deutschen Meisterschaft Klasse Seitenwagen, sowie des Deutschen Motocross-Pokals. Und insgesamt 31 Teams

in beiden Starterklassen kamen nach Aufenau. Am Samstag standen 2 freie Trainings auf dem Plan, bei dem die Teams an ihrer Abstimmung des Gespannes feilten. Leider gab es bereits im Vorfeld einige negative Nachrichten zu vermelden. So hat sich das Team #58 Dennis Riekert (D) – Michael Klooz (D) nach dem letzten Wochenende in Schnaitheim auf eine sofortige Trennung und Beendigung der Saison geeinigt. Hintergrund sind sowohl familiäre als auch finanzielle Differenzen des B-Lizenz Teams vom MSC Wieslaufthal. Ebenso konnte der Österreicher #47 Kevin Bitsche nicht starten, da er keinen Ersatzbeifahrer für Johannes Vonbun (A) fand, der sich letzte Woche in Schnaitheim an der Schulter verletzt hatte. Internationaler wie in Aufenau war die inter DM schon lange nicht mehr, denn die Belgien-Connection war mit insgesamt 6 Teams nach Aufenau gekommen, darunter die Top WM-Teams #3 Jan Hendrickx (B) – Tim Smeuninx (B) und #6 Ben Adriaenssen (B) – Sven Verbrugge (B). Neben der Schweiz, die mit insgesamt 3 Teams vertreten war, nahm mit #70 Jimmy Pettersson (S) – Charlotta Arsfeld (S) ein Teams aus Schweden teil. Und mit Charlotta Arsfeld hatte das Starterfeld auch eine weibliche Beifahrerin zu bieten.

Das es diesmal für die in der inter DM Führenden #8 Janis und Lauris Daiders (LV) diesmal schwer werden würde, ihre Siegesserie aus den ersten beiden Veranstaltungen fortzuführen, wurde spätestens nach der Quali klar, denn diese gewannen #6 Adriaenssen – Verbrugge vor #3 Hendrickx – Smeuninx und den beiden Letten #2 Daiders. Als vierte ans Startgatter gingen dann #8 Marko Happich (D) – Martin Betschart (CH), gefolgt von #14 Andy Bürgler (CH) – Raphael Markert (D). Und in dieser Reihenfolge ging es dann auch ans Startgatter zum 1. Wertungslauf. Vom Start weg lieferten sich die Teams #2 Hendrickx-Smeuninx, #6 Adriaenssen-Verbrugge und #2 Daiders-Daiders einen Dreikampf an der Spitze, und die drei Spitzenteams hatten innerhalb kürzester Zeit bereits einen beachtlichen Vorsprung vor den viert und fünft Platzierten #8 Happich-Betschart und #14 Bürgler-Markert herausgefahren, der am Ende im Ziel dann sogar über eine Minute betrug! Ab Mitte des Rennens würde an der Spitze aber zunächst aus dem Dreikampf ein Zweikampf, denn #6 Adriaenssen-Verbrugge mussten abreißen lassen und fielen etwas zurück. Doch dann in der drittletzten Runde brach bei #2 Daiders-Daiders im Sprung der Lenkungsdämpfer und nur mit viel Geschick und fahrerischen Können vermieden die beiden einen Sturz. Allerdings mussten Sie nun das Tempo rapide drosseln, und so konnte dann schließlich #6 Adriaenssen-Verbrugge wieder aufholen, und in der letzten Runde kurz vor dem Ziel doch noch an den beiden Letten vorbei ziehen, und als zweite hinter den Laufsiegern #3 Hendrickx-Smeuninx.

Wesentlich mehr Pech hatten da #50 Martin Walter (D) – Andre Saam (D), die im 1. Wertungslauf nach gutem Start erst ein kleines Scharmützel mit #56 Tobias Grund (D) – Thomas Weinmann (D) hatten, bei dem der Abreißschalter bei #50 Walter-Saam urplötzlich bei gleichzeitiger Kurvenfahrt der beiden Linksboote seinen Halt verlor, was einen Motorstillstand zur folge hatte. Nach kurzer Aufholjagd der beiden Crailsheimer brach ihnen dann in der sechsten Runde die Haltestange, so dass sie leider aufgeben mussten. Auch #37 Thomas Morch (D) – Stefan Nicke (D) hatten Pech, denn sie waren nach dem Start in der ersten Kurve direkt hinter #68 Weiss (A) – Schneider (A), die sich verharkten und überschlugen, eingeklemmt. So mussten die beiden dem Feld hinterher hetzen, schafften es aber schlussendlich noch auf einen tollen siebten Rang, den sie sich in der letzten Runde nach tollem Kampf mit #34 Marcel Faustmann (D) – Konstantin Koch (D) eroberten, die damit am Ende als achte die Zielflagge sahen. Schlimmer erwischte es da leider zwei der drei führenden Teams in der B-Lizenz Klasse des Deutschen Motocross-Pokals. Bereits in der Quali stürzten die Gesamtdritten #69 Nick Uhlig (D) – Philipp Oettel (D) am Röhren-Table. Dabei zog sich Beifahrer Philipp Oettel einen Schlüsselbeinbruch zu.

1. Lauf

Und im 1. Wertungslauf an gleicher Stelle sprangen #44 Sebastian Engelbrecht (D) – Andreas Hegewald (D) den Table voll, während der davor fahrende Schweizer #93 Max Gut mit Beifahrer Stefan Forster (D) den Table nur halb sprang und dazu plötzlich die Spur wechselte und nach innen zog, hinten ins Gespann des Schweizer rein und überschlugen sich mehrfach. Dabei zog sich Fahrer Sebastian Engelbrecht eine schwere Knieverletzung zu (vermutlich Kniescheibenbruch und sämtliche Bänder gerissen) und musste ins Krankenhaus. Schade für den sympathischen Sidecarcrosser, der erst im letzten Jahr einen Beinbruch erlitten hatte. #44 Beifahrer Andreas Hegewald war nachher schwer enttäuscht: “Gerade jetzt wo es bei uns so gut lief, und die Formkurve nach oben zeigte, passiert wieder so Mist. Letztes Jahr in Hänchen der Beinbruch, jetzt das… einfach ohne Worte.“ An dieser Stelle wünschen wir den beiden Engelbrecht und Oettel eine schnelle Genesung.

2. Lauf

Im 2. Wertungslauf dann ein ähnliches Bild. Vorneweg die beiden Belgischen Teams #6 Adriaenssen-Verbrugge vor #3 Hendrickx-Smeuninx, dahinter dann #2 Daiders-Daiders. Diesmal waren es allerdings #3 Hendrickx-Smeuninx, die sich nach ca. der Hälfte des Rennens dem Druck der beiden Letten Daiders-Daiders beugen und diese an sich vorbei ziehen und dann sogar abreißen lassen mussten. Vorneweg kontrollierten #6 Adriaenssen-Verbrugge das Rennen und gewannen mit einem Start/Ziel Sieg den zweiten Lauf, so dass am Ende auch in der Tageswertung Platz 1 zu buche stand. Die beiden Letten konnten ihrerseits einen großen Vorsprung auf #3 Hendrickx-Smeuninx raus fahren. Auch im 2. Wertungslauf belief sich im Ziel der Vorsprung des Siegersduos auf die Verfolger auf über eine Minute! Nach dem Ausfall im 1. Wertungslauf, zeigten #50 Walter-Saam im 2. Lauf dann, dass Sie in diesem Jahr in der inter DM vorne mitmischen wollen. Bereits ab der dritten Runde hatten sie sich zum Linksboot-Dreikampf mit #14 Bürgler-Markert und #8 Happich-Betschart zusammen getan, sicherten sie sich nach einem einheitlichen Formationsflug über fast die gesamte Renndistanz im Ziel Rang vier.

Weder #14 Bürgler-Markert – am Ende fünfte – noch #8 Happich-Betschart als sechste konnten trotz oder eben wegen der vielen Überrundungen der hinteren Teams – welche teilweise auch noch in Positionskämpfen waren – einen entscheidenden Angriff starten. #37 Morch-Nicke wiederholten ihr Ergebnis aus dem 1. Wertungslauf und wurden siebte. Thomas Morch meinte hinterher, dass er nach und nach immer besser mit dem neuen 4-Takt KTM-Motor zurecht kommt. Einzig der Trainingsrückstand ist noch spürbar, diesen könne sie nun aber in den kommenden 3 Wochen nachholen, denn erst am 13.05. geht es zum vierten Lauf zur int. Deutschen Meisterschaft nach Schopfheim an die Schweizer Grenze. Am darauffolgenden  Wochenende des 19./20.05.12 findet dann in Reutlingen der dritte WM-Lauf statt. Dort werden mit Sicherheit einige der A-Lizenz Teams aus Deutschland ihr Glück versuchen und sich für die beiden Endläufe zu qualifizieren.