DM-Auftakt in Schnaitheim / 1. Lauf nach Sturz von #69 Uhlig/Forster abgebrochen / #3 Adriaenssen gewinnt beide Läufe

DM-Auftakt mit neuer Streckenführung

Neue-Streckenführung-Schnaitheim

Neue Streckenführung Schnaitheim

Auch beim DM-Auftakt in die Saison 2013 in Schnaitheim (Heidenheim) wartet man vergeblich auf den Frühling. Bei knackigen 0°C um 8.00h in der Früh ging es für die 27 anwesenden Teams der int. Deutschen Meisterschaft und des Deutschen Motocross-Pokals (B-Lizenz) ins 2. Freie Training um die Strecke kennenzulernen. Einige Teams hatten bereits gestern das 1. Freie Training genutzt um sich einzufahren. Denn der MSC Schnaitheim hatte im Vorfeld zu diesem DM-Lauf keine Mühen gescheut, und die Strecke ordentlich umgebaut, sowie neue Passagen wie eine Art Waschbrett im hinteren Streckenabschnitt neu angelegt. Erhalten blieb der lange 35m Table, den auch in diesem Jahr nur wenige Teams – vornehmlich die anwesenden WM-Teams – voll springen.

Leider erwischte es schon im Freien Training das Pokal Team #101 Schlehahn/Schmidt, die bei Sprung das Gespann zu hart anzogen und sich nach hinten überschlugen. Dabei verletzte sich Beifahrer Patrick Schmidt und musste vom Rettungsdienst von der Strecke getragen werden. Die erste Aussage des Arztes lautet Bruch des linken Oberarmes und des rechten Handgelenkes. Wir wünschen auf diesem Wege gute Besserung und eine schnelle Genesung. Leider erwischte es auch das Team #72 Prokesch/Hildebrand. Der Gasschieber hing und so machte das Gepsann bei der Ladung einen Satz nach vorne und warf beide spektakulär ab. Beifahrer Stefan Hildebrand klagte über Sehstörungen und wurde vorsorglich ins Krankenhaus gebracht.

Qualifikation

Neben den üblichen deutschen Teams sind bei der international ausgeschrieben Deutschen Meisterschaft auch wieder einige Top Teams aus dem Ausland am Start, die wie die Vorjahresmeister #1 Daiders/Daiders wieder die komplette DM fahren werden, sowie aber auch die momentan in der WM Führenden #3 Adriaenssen/v.d.Bogaart, die diese Veranstaltung als Training unter Rennbedingungen nutzen. Neben dem zweiten Lettischen Team #9 Rupeiks/Kurpnieks sind unter anderem #51 Gordejev/Parksepp aus Estland angereist, und sogar der ehemalige Vizeweltmeister #171 Evgeny Sherbinin aus Russland ist heute hier am Start. Nicht dabei sind leider die beiden symphatischen Schweizer #10 Bürgler/Betschart, die eine wichtige Familienfeier in der Heimat haben. Den heutigen Tagessieg werden wahrscheinlich die beiden Teams aus Lettland und der Belgier #3 Adriaenssen unter sich ausmachen, letzterer konnte dann auch die Quali gewinnen vor den Gebrüdern Daiders und #9 Rupeiks/Kurpnieks. Als bester Deutscher dann mit der viert schnellsten Zeit #30 Morch/Nicke. Eine eindrucksvolle Flugshow – zu sehen in der Bildergalerie – legten #83 Garhammer/Klooz hin. Der Lohn war Rang sieben in der Quali.

1.  Wertungslauf

Der Start zum 1. Wertungslauf wurde direkt an der ersten 90° Kurve sehr eng, aber trotzdem setzte sich #3 Adriaenssen/v.d.Bogaart direkt an die Spitze, gefolgt von #1 Daiders/Daiders und #9 Rupeiks/Kurpnieks. Im hinteren Feld harkte es dann aber doch, #13 J.Blank/Semet waren die leidtragenden, sie mussten als letzte dem Feld hinterher fahren. An der Spitze kam es aber bereits in der zweiten Runde schon zu einer kleinen Vorentscheidung, denn bei #1 Daiders/Daiders löste sich der Notausschalter, so dass das Gespann zum stehen kam. Nach kurzer Reparatur konnten die beiden Letten dann weiter fahren, mussten aber neben #136 Clohse/Strauss und #30 Morch/Nicke auch #68 Weiss/Schneider und #88 Richter/Hegewald ziehen lassen. Nach zwei weiteren Runden hatten die Daiders Brüder sich aber wieder bis auf Rang vier vorgearbeitet. Vorne zogen die beiden Führenden #3 Adriaenssen und #9 Rupeiks recht schnell davon.

Kurz vor Mitte des Rennens dann aber der große Schock. Team #69 Uhlig/Forster kamen nach einem schnellen Sprung ins trudeln und wurden dann beim anbremsen in den Wellen vor der folgenden Kurve auf der Strecke regelrecht ausgehebelt und in die Luft katapultiert, was einen äusserst heftigen mehrfachen Überschlag nach sich zog. Fahrer und Beifahrer blieben zunächst regungslos mitten auf der Strecke liegen. Durch das beherzte eingreifen der Streckenposten und der extrem schnellen Hilfe durch Sanitäter und Rennarzt konnte schlimmeres verhindert werden, etwa das ein nachkommendes Gespann die beiden überfährt. Nachdem der Rennleiter nach kurzer Zeit vor Ort war entschied er sich richtigerweise zum Rennabbruch, damit die Verletzten schnellstens versorgt und sicher geborgen werden können.

Nachdem beide Verletzten stabilisiert wurden, konnten sie vom Roten Kreuz von der Strecke abtransportiert werden. Beide sind bei Bewusstsein und ansprechbar. Nach einer ersten Rückmeldung der Rennleitung geht es beiden wohl schon wieder besser, trotzdem geht es jetzt direkt ins Krankenhaus. Da das Rennen noch nicht die Hälfte der mindestens zu absolvierenden Zeit erreicht hatte, der Zeitplan aber einen Neustart des 1. Laufes nicht zulässt, wird der erste Lauf mit halber Punktzahl gewertet und der 2. Wertungslauf ganz normal dann gestartet.

2.  Wertungslauf

Wie bereits im 1. Wertungslauf konnten sich #3 Adriaenssen/v.d.Bogaart den Holeshot vor #9 Rupeiks/Kurpnieks sichern und fuhren dann einen ungefährdeten Start/Ziel Sieg nach Hause. Mit zwei Laufsiegen war das Team heute nicht zu bezwingen. #9 Rupeiks/Kurpnieks konnten sich allerdings nur wenigen Runden gegen ihre Lettischen Landsleute #11 Daiders/Daiders wehren und musste sich mit Rang drei zufrieden geben. Hinter diesen drei Teams entstand dann relativ schnell eine große Lücke zum restlichen Feld. Eine grandiose Leistung zeigten #30 Morch/Nicke, die nach dem Start kurz wegen eines rausspringenden Ganges halten mussten um dann die Jagd als letzte durchs Feld aufzunehmen. Am Ende kämpften sie sich noch bis auf Rang vier (!!!) nach vorne. Das war das absolute Maxium, was bei der internationalen Konkurenz aus Belgien und Lettland überhaupt machbar war. In den letzten Runden ergab sich dadurch ein sehr spannender Dreikampf zwischen #68 Weiss/Schneider (am Ende gute fünfte) und #61 Senz/Benning, sowie #30 Morch/Nicke. Mit Kopf gefahren waren dagegen #88 Richter/Hegewald, die nach der ersten Runde noch auf Rang vier lagen, aber dann aufgrund von stark nachlassenden Kräften und das Rennen sicher zu Ende fuhren und trotzdem noch gute neute wurden. Auch bei #83 Garhammer/Klooz war mehr drinnen, aber einen schmerzhafte Fußverletzung, zugezogen bei einer kleinen Karambollage aus dem 1. Lauf bei Fahrer Tobias Garhammer ließ keine großen Sprünge mehr zu, und so musste sich das Team am Ende mit Rang 13 begnügen.

#3 Adriaenssen/van den Bogaart

#3 Adriaenssen/van den Bogaart

Das nächste Rennen in der int. DM bzw. den Motocross-Pokal findet bereits am nächsten Wochenenden den 14.04.13 in Hänchen (Nähe Cottbus) statt. Dort werden dann auch wieder die Schweizer #10 Bürgler/Betschart am Start sein. Bleibt abzuwarten wie sich #9 Rupeiks/Kurpnieks entscheiden, das Team überlegt noch weitere Rennen in der DM-Serie zu fahren.

Weitere Infos:

Ergebnislisten

Bildergalerie