Happich – Schelbert gehen nach Geisleden mit 5 Punkten Vorsprung auf Daiders – Daiders ins DM-Finale

Ein Dejavu zu 2010 hatten heute alle Sidecarcross-Fans, nach den beiden Wertungsläufen beim 7. DM-Lauf in Geisleden, als sie auf den DM-Gesamtstand blickten. Denn die Ausgangssituation an der Spitze weißt auffallend viele Parallenen zur letzten Saison auf. Denn wieder sind es #15 Marko Happich (D) – Meinrad Schelbert (CH), die mit hauchdünnem Vorsprung (5 Punkte) zum letzten DM-Lauf müssen und es eine ganz ganz enge Kiste werden wird. Denn wie vor knapp 12 Monaten wieder geht es nach Teutschenthal zum letzten DM-Lauf (02.10.11), wieder ist der Vorsprung nur hauchdünn, wieder liegt der Druck komplett auf #15 Happich – Schelbert. Und wieder sind die ärgsten Konkurenten ein ausländisches Team, die zur int. Weltspitze gehören. Lediglich die Nationalität hat sich verändert. Denn nach dem Belgischen Team Peter Steegmans – Sven Verbrugge in 2010, sind es diesmal die aus Lettland stammenden Brüder #8 Janis und Lauris Daiders, die nach dem Titel greifen. Und nach der eindrucksvollen Vorstellung der beiden jungen Letten vor allem im zweiten Lauf heute in Geisleden, hat gezeigt, dass diese Nuss eine ganz ganz harte für Happich – Schelbert wird. Aber der Reihe nach:

Wie in den letzten Jahren auch, war Ende Juli der MSC Geisleden der Gastgeber zum vorletzten DM-Lauf, und stellte mit einer Top präparierten Strecke und einer absolut perfekten Organisation für perfekte Rahmenbedingungen. Nach ein wenig Regen am Samstag, wo die Teams sich in zwei freien Trainings warmfahren konnten, war der Wettergott scheinbar der gleiche wie in Strassbessenbach letztes Wochenende zu sein, denn trotz angekündigtem Regenwetter blieb es trocken und selbst die Sonne kam am Nachmittag dann noch recht ordentlich zum Vorsschein. Ein buntes Starterfeld von insgesamt 21 angereisten Teams versprach interessante Rennen zu geben. Auch wenn der Rekordweltmeister #1 Daniel Willemsen (NL) seine Startzusagen leider im letzten Moment zurückziehen musste, so waren die jungen Niederländer #4 Etienne Bax – Ben van den Bogaart fast gleichwertiger Ersatz. Auch waren #36 Andreas Clohse (B) – Christian Verhagen (NL) wie bereits am Saisonanfang mal wieder am Start. Der Grund für Willemsens Absage – und diese fiel ihm wirklich sehr schwer – war, dass sein etatmäßiger Beifahrer Sven Verbrugge (B) am Mittwoch vom Arzt Startverbot erhielt, da seine Verletzungen noch nicht ganz auskuriert ist. Ondrej Cermak (CZ) war wieder in Tschechien, Gertie Eggink (NL) ist im Urlaub, und Marc van Deutekom nach seinem Crash in Strassbessenbach ebenfalls verletzt. Dies wären allerdings die einzigen wenigen Beifahrer gewesen, die für Daniel Willemsen in Frage gekommen wären. Denn nicht viele können das Tempo von Daniel mitgehen. So blieben leider alle Bemühungen des Niederländers erfolglos. Ebenfalls nicht starten konnten#58 Dennis Riekert (D) – Michael Klooz (D), die im zweiten freien Training einen Motorschaden erlitten und keinen Ersatzmotor dabei hatten, schade für das junge Rudersberger Team. Die Quali gewannen dann #4 Bax – v.d. Bogaart vor #8 Daiders – Daiders und #15 Happich – Schelbert. Stark auch #18 Andy Bürgler (CH) – Raphael Markert (D) als vierte.

Und auch den Start im ersten Wertungslauf gewannen #4 Bax – v.d. Bogaart und kontrollierten das Rennen von der Spitze weg. Pech hatten leider die Lokalmatadoren #31 Markus Prokesch (D) – Stefan Hildebrandt (D) vom MSC Geisleden. Bei der Landung am großen Sprung direkt nach dem Start kam Beifahrer Stefan Hildebrandt so unglücklich im Boot auf, dass er sich böse das Knie verdrehte und nicht mehr weiter fahren konnte. Aufgrund der großen Schmerzen, verursacht wahrscheinlich durch den Riss beider Kreuzbänder, wurde Stefan vom Rennarzt noch an der Strecke direkt in Narkose versetzt und ins Krankenhaus gebracht. Wir wünschen auf diesem Wege schnellstmögliche Genesung. Sieger im 1. Wertungslauf wurden wie bereits gesagt #4 Bax – v.d. Boogart vor #15 Happich – Schelbert und den ganz stark fahrenden #18 Bürgler – Markert. Die beiden jungen Letten #8 Daiders hatten im ersten Lauf wohl mit der späten Anreise erst Sonntag frühs (Grund hierfür war ein Motorschaden am Team-LKW) und der für sie noch komplett unbekannten Strecke so ihre Probleme, trotz der insgesamt 22 gefahrenen Runden die sie im Freien Training und der Quali absolvierten. So kamen sie über Rang vier nicht hinaus. Aber im 2. Wertungslauf zeigten sie dann eindrucksvoll, dass der Streckenverlauf nun komplett verinnerlicht ist, und gewannen nach großartigen Kampf den zweiten Lauf und ließen den Teams #18 Bürgler, #4 Bax und #15 Happich keine Chance, die sich in den ersten 5 Runden des Laufes einen packenden Vierkampf lieferten. Nachdem #15 Happich das Tempo rausnehmen musste, weil Beifahrer Meinrad Schelbert die Kräfte verließen und sie sich mit Mühe und Not den vierten Rang vor #16 Morch – Nicke sichern konnten, und #4 Bax nach einen kleinen Fahrfehler nur dritter wurde, war einzig #18 Bürgler – Markert in der Lage den beiden Letten zu folgen, wurden am Ende dann grandiose zweite. Die Tageswertung sicherten sich #4 Bax – v.d. Bogaart vor #8 Daiders – Daiders und #18 Bürgler – Markert. Somit kommt es nun zum angekündigten Showdown in Teutschenthal Anfang Oktober zwischen Team Happich und Team Daiders. Vorher geht es für die Teams allerdings auf die große „Ostblock-Reise“ mit den WM-Läufen in Kegums (LV), Kivioli (EST) und Kamens-Uralsky (RUS) im August, sowie den beiden letzten WM-Läufen in Slagelse (DK) und Rudersberg (D) im September. Auch an der Team-EM in Jauer (D) als Saisonhöhepunkt werden die beiden Teams teilnehmen, so das durchaus noch so einiges passieren kann, bis die letzte Titelentscheidung in dieser Saison dann in Teutschenthal fällt.