11. GP @Rudersberg (D) / Quali im Matsch – Rennen in noch mehr Matsch!

Rudersberg20092014Qualirace1Nach dem Regenrennen mit Rennabbruch im letzten Jahr, schien es beim diesjährigen WM-Finale genauso weiter zu gehen. Tagelanger Regen hatte die Strecke total aufgeweicht und so gingen von den anwesenden 39 Teams im Freien Training am Samstag morgen lediglich 16 überhaupt auf die Strecke.

Von den insgesamt fünf deutschen Teams drehten lediglich #134 Faustmann/Benning und #911 Peter/Ohl einige Runden. #23 Walter/Vonbun, #44 Senz/Nicke begnügten sich mit einer „Besichtigungsrunde“ und #54 Blank/Klooz fuhren erst gar nicht raus. Zwar ist es seit dem Morgen trocken und die Sonne kommt ab und an zum Vorschein, aber für den Nachmittag ist schon wieder Regen angekündigt. Mit Spannung wird die Entscheidung in der WM zwischen den beiden Spitzenteams #1 Adriaenssen/v.d.Bogaart und #2 Bax/Stupelis erwartet. Dieses Duell zieht hoffentlich für den morgigen Sonntag viele Zuschauer an, es wäre dem MSC Wieslauftal zu gönnen für die auch in diesem Jahr wieder perfekt organisierte Veranstaltung mit vielen Zuschauern belohnt zu werden.

Wetterkapriolen verzögern den Ablauf am Qualitag

Aber zunächst wurde nach dem Freien Training der Zeitplan geändert, und alles um zwei Stunden nach hinten verschoben, um die Strecke weiter abtrocknen zu lassen und sie stellenweise bearbeiten zu können. Die Pre-Qualis begannen daher erst um 14h bzw. 15h, die Qualirennen dann um 16h und 17h. Die Last Chance folgte bereits um 17.45h. Für die Gruppe B Teams, die sich nicht direkt qualifizieren konnten heißt das, dass nach Zeileinlauf vom Qualirennen gerade mal 20 Minuten Zeit bis zum Last Chance bleiben. Wer da einen technischen Defekt im Rennen erleidet, könnte am Ende wirklich dumm da stehen und so die Last Chance verpassen. Unverständnis bei manchem Teams machte sich breit, dass die Jury auf die Durchführung des normalen Qualifikationsmodus besteht, statt wie von den Teams vorgeschlagen einfach ein Qualitraining mit schnellster Runde durchzuführen – so wie es auch früher immer war – um so Strecke und Material zu schonen. Doch die Strecke hielt widererwarten der Belastung stand, war aber äusserst schwer zu fahren, und verlangte den Teams doch sehr viel mehr ab, vor allem im konditionellen Bereich.

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Favoriten dominieren Qualirace

Mit einem souveränen Start/Ziel Sieg, zeigten die beiden Franzosen #100 Giraud/Musset, dass bei den morgigen Rennen mit zu den Sieganwärtern zu zählen sind. Dahinter konnten oder wollten die amtierenden Weltmeister #1 Adriaensssen/v.d.Bogaart nicht folgen und sicherten sich mit Rang zwei den drittbesten Startplatz für morgen. Das Highlight des Qualirace der Gruppe A war aber zweifelsohne das Duell um Rang drei bis fünf, welches die drei Links-Boot Gespanne #32 Millard/Millard, #23 Walter/Vonbun und #8 Bürgler/Betschart bestritten. Mehrfach konnten die amtierenden deutschen Vizemeister #23 Walter/Vonbun die Angriffe der beiden Schweizer #8 Bürgler/Betschart abwehren. Als dann die drittplazierten Millard Brothers in der letzten Runde mit technischen Defekt liegen blieben, war die kleine Sensation perfekt und das Deutsch/Österreichische Gespannteam erbten den dritten Rang, was für morgen Startplatz fünf bedeutet. Pech hatten die beiden anderen deutschen Teams #44 Senz/Nicke die als 13. ganz knapp die direkte Qualifikation verpassten, ebenso wie die beiden Youngster #911 Peter/Ohl, die in Runde vier das Gespann abstellen mussten, und in der Last Chance leider auch nicht mehr nachlegen konnten. Aber für die Zukunft lässt es für den deutschen Gespannsport hoffen, die Saison war im großen und ganzen ein toller Erfolg für die beiden symphatischen Jungs.

In der Gruppe B ein ähnliches Bild, #2 Bax/Stupelis vorneweg mit souveränem Laufsieg, dahinter #6 Brown/J.Chamberlain, die erst kurz vor Rennende an den beiden Schweden #9 Stenborg/Stenborg vorbeiziehen konnten und somit zweite wurden. Ganz stark hier überhaupt die Englischen Teams, die sich alle direkt qualifizieren konnten #15 Wilkinson/Kirwin als vierte und #22 Jarvis/D.Chamberlain, die nach einem Crash nach einem Sprung einen unfreiwilligen Ausritt ins freie Gelände machten und sich vom letzten noch bis auf den zwölften Platz vorarbeiten konnten. Auch die beiden Schweizer #66 Battaglia/Furrer zeigten als 10. eine tolle Performance, und ließen damit die beiden Deutschen Teams #134 Faustmann/Benning und #54 Blank/Klooz hinter sich, die als 13. und 14. die direkte Qualifikation ebenfalls verpassten. #54 Blank/Klooz hatten dabei das Pech, dass sie sich in Runde fünf bei einem Überholvmanöver mit einem anderen Team verharkten, ausgehebelt wurden, und sich dadurch überschlugen. Ebenfalls von ganz hinten reichte es am Ende leider nicht mehr. #134 Faustmann/Benning waren lange Zeit in den Top 12, bauten aber zum Rennende hin leider nach und nach ab fielen in den letzten vier Runden noch von Rang neun auf Rang 13 ab. Immerhin schafften es dann noch #54 Blank/Klooz sich über die Last Chance direkt zu qualifizieren, #134 Faustmann/Benning sind als achte das 2. Reserve-Team, während #44 Senz/Benning es nicht schafften, und somit morgen beim Finale zum zuschauen verdammt sind.

 Trotz Land unter – Rennen sollen stattfinden

Bereits am Samstag war allen Beteiligten klar, dass es in der Nacht und am Sonntag wenig bis gar keinen Regen geben darf, um überhaupt eine reelle Chance zu haben die beiden letzten Wertungsläufe der Saison 2014 durchzuführen. Doch um ca. 3h in der Nacht, ließ ein sehr heftiges Gewitter mit Starkregen, und bis zum Vormittag hin immer wieder kleinere Schauer taten alles dafür, dass die Strecke eigentlich unbefahrbar ist. Nachdem die Soloklassen bereits wieder die Heimreise antreten dürfen, sollen die Seitenwagen die Rennen durchführen. Der MSC Wieslauftal änderte die Streckenführung, die Schikane nach dem Waschbrett wurde begradigt, und die beiden hintersten Auffahrten werden ausgelassen. Das Warm up wurde auf 11h verschoben, die beiden Wertungsläufe sollen planmäßig um 13.30h und um 16h gestartet werden. Und im Warm up waren es dann #2 Bax/Stupelis die als erste auf die Strecke gingen und gleich mal zeigten, dass die Strecke befahrbar ist. Im Interview mit dem Streckensprecher sagte Bax dann, dass es sogar besser als gestern sei, da zwar viel Wasser auf der Strecke sei aber dafür kaum Matsch, und man ohne weiteres die Rennen fahren kann. Aber auch hier zeigt sich, wer Weltmeister werden will. #1 Adriaenssen/v.d.Bogaart schauten sich das ganze aus der Boxengasse aus an und fuhren anschließend auch noch einige Runden, ebenso wie #100 Giraud/Musset und #27 Derks/Bielen. Die restlichen 26 Teams dagegen verzichteten auf das Warm up.

 

1. Lauf – Verwirrung um die Sieger bei großer Schlammschlacht

Mit den guten Eindrückem vom Warm up und einer zusätzlichen Bewässerung der Strecke, um den Schlamm nass und damit schmierig zu machen, statt haftend wurde der 1. Lauf optimistisch gestartet. Anfangs ging der Plan auch auf, nur war auch klar das es früher oder später doch die eine oder andere Stelle geben würde, wo die Teams stecken blieben. Und diese Stelle war die zweite Kurve nach der Start/Ziel geraden, wo der Schlamm dann doch so tief war das es keine Chance mehr gab in einer der Spuren an den anderen havarierten Gespannen vorbei zu kommen. Zeitweise steckten bis zu zehn Teams fest und versuchten sich und ihre Gespanne aus dem Schlamm zu befreien. Zu erkennen wer wer ist, war auch kaum möglich, alle waren im einheitlichen braun eingedeckt. So viel es auch sehr schwer einen Führenden geschweige denn eine Reihenfolge auszumachen. Nach der Hälfte des Rennen ging dann aber nichts mehr in der zweiten Kurve, ein durchkommen war nicht möglich, so dass die Rennleitung gezwungen war den Lauf vorzeitig abzubrechen. Bis dato lagen #2 Bax/Stupelis und #6 Brown/J.Chamberlain in Führung, dahinter folgten #8 Bürgler/Betschart und #100 Giraud/Musset. Nach Rennabbruch gab es dann auch bei der direkt im Anschluss folgenden Siegerehrung auch einige Verwirrungen, als für die meisten eigentlich #6 Brown vor #2 Bax und #8 Bürgler gewonnen hatten, die Jury nach mehrmaliger Rücksprache mit der Zeitnahme dann aber #2 Bax/Stupelis zu den Siegern erklärte und völlig überraschend #100 Giraud/Musset als dritte hinter #6 Brown/J.Chamberlain aufs Podest rief, und so die schon wartenden Schweizer #8 Bürgler/Betschart enttäuscht wieder abziehen mussten. Von den deutschen Teams konnten bei dem Durcheinander #134 Faustmann/Benning mit Rang 14. einen für sie riesigen Erfolg feiern, und auch #23 Walter/Vonbun holten mit Rang 19. noch Punkte. Leer gingen leider #54 Blank/Klooz aus die mehrfach stecken blieben und so am Ende über Rang 22. nicht hinaus kamen.

2. Lauf wird nicht mehr gestartet – #1 Adriaenssen/v.d.Bogaart verteidigen WM-Titel

Alleine das Durcheinander bei der Siegerehrung und der vorzeitige Rennabbruch sprechen eigentlich ein deutliche Sprache, dass die Durchführung eine GP würdigen Rennens mehr als angezweifelt werden muss. Natürlich muss zumindest versucht werden zu starten und das Rennen durchzuführen. Aber ob dann wirklich noch ein 2. Lauf gestartet werden muss, ist dann doch schon mehr als fragwürdig. Und so hat die Jury dann auch ein Einsehen und hat offiziell den 2. Lauf abgesagt. Das hat zur Folge, dass nun die Weltmeisterschaft entschieden ist , und das Team #1 Ben Adriaenssen/Ben van den Bogaart ihren WM-Titel verteidigten und somit die alten wie auch die neuen Weltmeister sind. #2 Etienne Bax/Kaspars Stupelis müssen sich damit zum dritten Mal hintereinander mit dem Vizeweltmeister-Titel zufrieden geben. Und mit dem letzten Rennen konnten die beiden Engländer #6 Stuart Brown/Josh Chamberlain im Gesamtklassement doch noch an #3 Jan Hendrickx/Elvijs Mucenieks vorbeiziehen und als Gesamtdritte den größten Erfolg ihrer Karriere feiern.

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