3. GP in Schwedt (D) / Dauerregen hindert #2 Bax/Stupelis nicht bei Comeback-Sieg

Samstag 25.05.13 – Quali

Regen, Regen nichts als Regen….. Man fragt sich was der arme MC Schwedt getan hat, das der Wettergott Petrus ihn so bestraft. Exakt eine Woche nach dem zweiten

Grand Prix in Chernivtsi (Ukraine) der bei Hochsommerlichen 30°C statt fand, müssen die 42 angereisten Teams beim 3. Grand Prix im Brandenburgischen Schwedt bei 9°C und Dauerregen und teilweise böigem Wind antreten um sich für die beiden Wertungsläufe zu qualifizieren. Die wenigen Zuschauer versteckten sich unter jeder vorhandenen Überdachung und auch wenn die Rennstrecke in Schwedt vom Veranstalter vorab top präpariert wurde, so wird es von Minute zu Minute schwerer zu fahren. Bereits nach dem Pre-Qualis wäre eine überarbeitung der Strecke nötig gewesen, aber dies ließ der Zeitplan und vor allem das Wetter nicht zu. Auch das fotografieren war bei dem starken Dauerregen kaum möglich, daher gibt es in der Bildergalerie vom Samstag keine Bilder.

Aus deutscher Sicht etwas entäuschend die Teilnehmerzahl der deutschen Teams. Lediglich 4 deutsche Gespannne warem am Start. Neben #30 Morch/Nicke, #61 Senz/Benning und #83 Garhammer/Klooz gaben die beiden Youngster #69 Uhlig/Oettel ihr WM-Debüt. Der Grund für die mangelde deutsche Beteiligung liegt am unglaublichen Verletzungpech einiger Beifahrer. So mussten

  • #27 Marcel Faustmann / Chrirstian Daiss – Hand/Armverletzung
  • #72 Markus Prokesch / Stefan Hildebrandt – verletzt
  • #88 Axel Richter / Andreas Hegewald – massive Rückenbeschwerden, vermutlich Karriereende
  • #90 Tobias Blank / Maximilan Moll – Schulter ausgekugelt

alle auf den geplanten Start verzichten, da ihre Stammbeifahrer verletzt sind und auf die schnelle kein Ersatzbeifahrer zu finden bzw. bekommen war.

Qualiraces fallen Dauerregen zum Opfer – Sonntag neuer Versuch

Schwedt WaschbrettNach der Pre-Quali der Gruppe B kam die FIM-Jury um 14.00h zu einem Metting zusammen und entschied, dass die Qualiraces für den Samstag abgesagt werden. Die Strecke ist aufgrund des Dauerregens seit den frühen Morgenstunden nicht mehr befahrbar. Geplant ist nun für den morgigen Sonntag um 10.30h und 11.10h wie bereits beim 1. GP in Frauenfeld (CH) zwei Zeittrainings durchzuführen, und danach wie geplant die beiden Wertungsläufen. Aufgrund der aktuellen Wettervorhersage bleibt allerdings abzuwarten, ob morgen wirklich die Rennen durchgeführt werden können. Am Samstag fielen bis zum Abend 28L/m³. Die Regenpause am Abend war allerdings nur von kurzer Dauer, denn in der Nacht zu Sonntag kamen weitere 9L/m³ hinzu. Der Veranstalter versucht nun seit dem frühen Sonntag morgen mit schwerem Gerät die Strecke in Schuss zu bekommen. Man will die Veranstaltung unter allen Umständen durchziehen.

Sonntag 26.05.13 – Renntag

Das positivste gleich am Sonntag morgen war, dass es endlich aufgehört hat zu regnen. Der Veranstalter hatte alles machbare getan und die Strecke präpariert, an einer Stelle sogar die Streckenführung geändert. Dennoch zeigte sich bereits nach wenigen Runden, wie schwer es für die Teams heute werden wird. In einem Streckenteil war es sehr schlammig und rutschig, im hinteren Teil dann tiefer Sand mit extremen Rillen. Die lange Bergauffahrt zum Ziel wurde gegen Ende der Quali für einige Teams fast unbezwingbar. So wird es in den Rennen dort sehr wahrscheinlich noch zu dem einen oder anderen „Auffahrunfällen“ kommen.

Die schnellste Zeit in Gruppe A fuhren #2 E.Bax/Stupelis vor #1 Willemsen/R.Bax. Aus deutscher Sicht erfreulich, dass zumindest #83 Garhammer/Klooz als 12. es schafften sich zu qualifizieren. Den undankbaren 17. Platz belegten #61 Senz/Benning, die damit nach dem erfolgreichen GP in Chernivtsi (UA) letzte Woche nun einen Dämpfer erlitten. Ein wenig unerwartet konnte sich das Top 12-Team aus England #15 Millard/Millard nicht, sich für die beiden Wertungsläufe am Sonntag Nachmittag zu qualifizieren. Wieviel Wahrheit in der Aussage von Fahrer Daniel Millard lag, dass aufgrund sie aufgrund des neuen Zeitplans, der eine Quali Sonntags Morgens vorsieht, nicht die typische „Quali-Time“ sei, und man sich daher nicht qualifiziert hat, sei einmal dahin gestellt. Auch die Englische Meisterschaft wird mit einer Sonntag morgendlichen Quali gefahren…. Ein Lachen war bei dieser Aussage bei Daniel Millard weniger zu sehen, so dass der Frust und die fehlende „wirkliche“ Erklärung für das schlechte Abschneiden wohl für das Team selbst nicht zu erklären war.

In der Gruppe B überraschten die bereits gestern sehr stark gefahrenen Schweden #19 Stenborg/Nilsson, die sich vor #6 Giraud/Musset die Pole-Position holten. Und auch in Gruppe B schaffte es ein deutschen Gespann sich für dei beiden Wertungsläufe zu qualifizieren. #30 Morch/Nicke wurden am Ende zwölfte. Für die WM-Debütanten #69 Uhlig/Oettel reichte es allerdings erwartungsgemäß nicht zur Qualifikation, aber das junge deutsche Nachwuchsteam hatte sich recht passabel geschlagen.

Ein wilder 1. Lauf mit #2 Bax/Stupelis als Sieger

Entgegen aller Erwartungen war die Strecke beim Start zum 1. Wertungslauf recht gut präpariert worden und auch trocknete der Boden dank eines leichten Windes schneller als gedacht und so waren die Streckenbedingungen in den ersten Runden doch so gut, dass es nicht zu den erwarteten Massenkarambolagen kam. Den Holeshot holten sich #2 Bax/Stupelis vor #6 Giraud/Musset. Zu eng wurde es allerdings in der 180° Kurve für die Teams #1 Willemsen/R.Bax und #19 Stenborg/Nilsson, die sich ineinander verharkten und das Rennen dann mit einigem Rückstand erst aufnehmen konnten. #1 Willemsen/R.Bax konnten dann nach guter Aufholjagd zumindest den Anschluss an das vordere Mittelfeld wieder herstellen, mussten sich am Ende aber als sechste zufrieden geben. Man merkt #1 Willemsen an, dass er nach seiner Verletzung noch nicht wieder 100%ig fit ist. Nicht nur das er den großen Bergaufsprung nicht komplett springt wie der Rest der Top Five Teams, auch die Kondition ließ dann gegen Ende des Rennens nach. Für die Sieger der Quali der Gruppe B #19 Stenborg/Nilsson sprang trotz aller Mühen am Ende nur der 14. Rang heraus.

Schwedt Start 1. Lauf

#2 Bax/Stupelis konnten sich dann auch recht schnell absetzen und fuhren einen ungefährdeten Starft/Ziel Sieg heraus. Dahinter wurde um die Plätze ordentlich gefightet. In der Spitzengruppe mit dabei waren als dritte #3 Adriaenssen/v.d.Bogaart und #5 Hendrickx/Mucenieks, die das Rennen auf Rang fünf liegend leider in der fünften Runde mit gebrochenem hinteren Stoßdämpfer leider aufgeben mussten. In Runde 3 dann fuhr der zu diesem Zeitpunkt dritte #3 Adriaenssen/v.d.Bogaart dem vor ihm fahrenden #6 Giraud/Musset in einer Rechtskurve ins Heck, so das beide Gespanne sich verharkten und es einige Zeit dauerte bis sie das rennen wieder aufnehmen konnten. Das halbe Feld war in der Zwischenzeit an ihnen vorbei gefahren. Am Ende konnten #3 Adriaenssen/v.d.Bogaart mit Rang vier noch Schadensbegrenzung betreiben, während #6 Giraud/Musset über Platz elf nicht hinaus kamen. Nutznieser waren die Belgier #12 van Daele/Smeuninx, die so den zweiten Platz erbten und bis ins Ziel halten konnte. Dabei mussten sich die beiden jungen Belgier lange Zeit gegen #11 Daiders/Daiders wehren die am Ende aber mit Rang mehr als zufrieden waren. Alle Plazierungen zum 1. Wertungslauf finden in der Ergebnisliste.

Die Strecke wurde allerdings von Runde zu Runde schlechter es waren große tiefe Rillen und Löcher, sowie an einigen steilen Auffahrten noch viel loser Schlamm. Dies führte unweigerlich zu vielen feststeckenden oder umgekippten Sidecars (zu sehen in der Bildergalerie) einiger Teams. Die Plazierungen wechselten sich von Kurve zu Kurve so das nach knapp der Hälfte des Rennens kaum noch ein Überblick zu erhalten war, wer an welcher Stelle lag. Auch die ersten Überrundungen der Spitze erfolgten schon in der sechsten (!!!) Runde. Ebenfalls einen guten Staret erwischten #83 Garhammer/Klooz die sicch sogar nach der ersten Runde in den Top Ten wieder fanden, jedoch konnten sie das Tempo der Weltelite nicht lange mitgehen und wurden nach hinten durchgereicht. Dazu kam dann noch ein Purzelbaum in einer Rechtskurve als sie aufgrund der tiefen Rillen über den Beiwagen nach vorne sich überschlugen. Am Ende stand dann nur Rang 23 auf der Habenseite. Schade denn es wäre sicher etwas mehr drin gewesen und der 20. Rang für den es einen WM-Punkt gibt war ab absolut in Reichweite.

#30 Morch/Nicke im Schlamm versunkenGroßes Pech hatten unsere deutschen Teams, allen voran #30 Morch/Nicke, die nach einem tollen Start aus der zweiten Reihe im vorderen Mittelfeld lagen, bei der Anfahrt zu einer steilen Auffahrt allerdings die komplett falsche Linie wählten, und sich auf der Innenseite dann im tiefen und losen Schlamm komplett festfuhren und am Ende ihr Gespann per Überroller erst aus dem Schlamm neben die Strecke zu befördern. Nach einem kurzen Ritt neben der Strecke an besagter Auffahrt vorbei,  nahmen die beiden symphatischen Jungs das Rennen mit 3 Runden Rückstand auf die Spitze zwar nochmal auf, mehr als der 25. und damit letzte Platz – bei fünf ausgefallenen Teams von 30 gestarteten – war allerdings nicht zu holen.

Buckelpiste statt Rennstrecke

Trotz aller Mühen der Verantwortlichen des MC Schwedt selbst mit 15min Verspätung die Strecke nochmal auszubessern, war die Rennstrecke nach nur 2 Runden eine einzige Buckelpiste und Kraterlandschaft. Die nassen Schlamm-Passagen waren inzwischen gut getrocknet oder von schwerem Gerät beseitigt worden, dafür aber wurden die Rillen und Löcher an anderen Streckenteilen immer tiefer. Aber auch diese Umstände schienen #2 E.Bax/Stupelis und auch den Top Five Teams absolut nichts auszumachen. Sie zeigten den Zuschauern und auch teilweise den überrundeteten Teams wie es geht. Erneut gewannen sie den Holeshot und führten das Feld von der ersten Runde an und gewannen mit ihrem zweiten Start/Ziel Sieg an diesem Tag nicht nur die Symphatien der Fans sondern auch großen Respekt der Konkurenten. Nur die wenigsten hätten nach dem schweren Trainigssturz mit der langen Verletzungpause und dem Verlust von knapp 12kg Muskelmasse erwartet, dass #2 Etienne Bax so schnell wieder direkt an die Spitze des Feldes stürmt.

Einzig #5 Hendrickx/Mucenieks konnten die Führenden folgen und deren Tempo mitgehen. Nach dem Ausfalls im 1. Lauf war der zweite Rang dann eine echte Genugtuung für das Belgisch/Lettische Team. Dahinter hatte der amtierende Weltmeister #1 Willemsen/R.Bax lange auf Rang drei gelegen, am Ende mussten sie aber aufgrund von Konditionsrückstand Willemsens #3 Adriaenssen/v.d.Bogaart noch ziehen lassen und wurden hinter dem Belgier vierte. Man tut sich schwer den Rekordweltmeister nicht dominierend vorneweg fahren zu sehen, aber nach der Verletzung kommt Daniel Willemsen nun langsam wieder zu seiner Form zurück.

Vorneweg die Einen und hinten die Andern……

Der Rest des Rennen ist eigentlich schnell erklärt, denn wie schon häufiger betont, mussten die Teams der schwierigen Resnnstrecke alsbald ihren Tribut zollen, und vor allem die Teams im hinteren Mittelfeld waren einzig darauf bedacht, das Rennen ohne Sturz zu beenden und irgendwie durchzukommen. So war es bereits ab der vierten Runde, dass sich das Feld über mehr als die halbe Rennstrecke auseinandergezogen hatte, und so wirkliche Duelle um die Plätze gab es nur ganz wenige. Nenneswert sind da lediglich die kleine interne Englische Meisterschaft von #16 Jenkins/D.Chamberlain und #111 Brown/J.Chamberlain, die am Ende zugunsten des erfahrenen #111 Stuart Brown endete und mit Rang zehn belohnt wurde. Über fast die Hälfte des Rennen konnten #16 Jenkins/D.Chamberlain sich behaupten, aber dann spielte Brown seine ganze Erfahrung aus und zog vorbei. Und zum anderen der Dreikampf um Platz 5-7 zwischen #6 Giraud/Musset, #11 Daiders/Daiders und #12 van Daele/Smeuninx, die sich bis zuletzt nichts schenkten und schlussendlich in besagter Reihenfolge Rad an Rad ins Ziel flogen.

In der Tageswertung hieß dies: 1.) #2 E.Bax/Stupelis – 2.) #3 Adriaenssen/v.d.Bogaart – 3.) #12 van Daele/Smeuninx

Schwedt Shakehands im Ziel

Schwedt Shakehands im Ziel

Die beiden Deutschen Teams #30 Morch/Nicke und #83 Garhammer/Klooz holten das jeweils für sie bestmöglich heraus. Nach etwas Pech am Start und nur auf Rang 27 liegend konnten #30 Morch/Nicke sich noch bis auf Rang 20 vorarbeiten, was mit einem WM-Punkt belohnt wurde. Alleine ins Ziel gekommen zu sein, war nach Aussage von Fahrer Tobias Garhammer schon ein echter Erfolg des zweiten deutschen Teams #83 Garhammer/Klooz. Und das am Ende wie bereits im 1. Wertungslauf Rang 23 zu buche stand, war dann am Ende sogar mehr als sie erwartet hatten. In den nächsten Wochen geht es nun sowohl in der int. DM als auch in der WM Schlag auf Schlag weiter. Nach dem DM-Lauf in Schopfheim am kommenden So. 02.06.13 stehen schon die nächsten beiden WM-Läufe direkt hintereinandern an, wenn es für die Weltelite zuerst am 09.06.13 nach Kramolin (CZ) und eine Woche später am 16.06.13 dann nach Varsseveld (NL) geht.

 

Die Bildergalerie zum Rennen