Favoritensterben in 3 Akten in der Quali / Willemsen trotz Ersatzbeifahrer in anderer Liga

Wenn Strassbessenbach zum WM-Lauf einlädt folgt die Weltelite in großen Scharen. In diesem Jahr haben 45 Teams sich auf den Weg nach Strassbessenbach gemacht um sich für

eine der 30 Startplätze für die beiden Finalläufen am So. 24.07.11 zu qualifizieren. Troz düsterer Wettervorhersage mit viel Regen, den die Veranstalter schon unter der Woche beim Aufbau der Strecke in ausreichender Form erlebt hatten, siegte zumindest für die Qualiraces heute der Optimismus der Leute die sagten es bliebe trocken. Als Sahnebonbon gab es sogar noch Sonenschein dazu. Und schön aus Deutscher Sicht war, dass sich bis auf #94 Georg Müller (D) – Andreas Hegewald (D) alle anderen Deutschen Teams und Bei anderen Ausländischen Fahrer tätigen deutschen Beifahrer für die beiden Wertungsläufe qualifizierten. Neben #15 Marko Happich (D) – Meinrad Schelbert (CH) und Thomas Morch (D) – Stefan Nicke (D) schafften es #63 Marcel Faustmann (D) – Kevin Riekert (D) über die Last Chance, sich zu qualifizieren. Ebenso schafften auch Raphael Markert (D), der bei Andy Bürgler (CH) im Boot steht, als auch Andre Saam (D), der Henrik Söderqvist (S) aushalf, sicch zu qualifizieren.

Das in Strassbessenbach einer der schönsten Naturstrecken Europas beheimatet ist, wissen mittlerweile  fast alle und das die Rennen meistens sehr spannend, dramatisch und vor allem spektakulär sind auch. Nur heute hätte es dann im Endeffekt doch etwas weniger Dramatik sein dürfen, denn leider gab es 3 schwere Unfälle mit Verletzungsfolgen, wovon einer sogar zum Rennabbruch führte. Schnell wurden die Erinnerungen an letztes Jahr wach, viele glaubten wirklich ein Dejavu zu haben. Es war wieder das Qualirace der Gruppe A und es war wieder ein Unfall mit folgendem Rennabbruch in der ersten Runde – Josef Brustmann und dessen schwerer Rennunfall bei dem er im Helikopter abtransportiert wurde und seine Karriere beenden musste – war nun wieder bei allen in den Köpfen. Lediglich die Unfallstelle war eine andere. Die letzten 2 Wochen im Leben des #4 Etienne Bax (NL) wird dieser sicher nur all zu gerne aus seinem Gedächtnis streichen. Denn erst der Crash in Hasselt (NL) vor zwei Wochen, bei dem er und sein Beifahrer Ben van den Boogard (NL) in einen Metaltzaun rasten und Ben sich dabei doch schwerer verletzte als zunächst angenommen, mutte Etienne heuer mit seinem ehemaligen Beifahrer Marc van Deutekom (NL) antreten, und nach einem etwas zu weitem Sprung, fiel Marc nach der harten Landung nach hinten aus dem Beiwagen und wurde dann von einem Englischen Team, welches nicht mehr ausweichen konnte, überrollt.

Glücklicherweise hat sich Marc dabei ausser einer schweren Gehirnerschütterung keine weiteren Verletzungen zugezogen auch wenn die Bilder erst eine andere Sprache von sich gaben. Was folgte war der Rennabbruch um den verletzten zu bergen und ins Krankehaus zu bringen, wo eine Gehinrerschütterung festgestellt wurde und er zur Beobachtung für eine Nacht im Krankenhaus bleiben musste. Beim Neustart ging die knapp 120m Starthang hinaus bis zuer ersten Kruve alles gut. Doch wenn zu viele Gespanne gleichzeitig durch die erste Kurve wollen, bleibt ein Crash meistens nicht aus, so auch diesmal. Dabei erwischte es #3 Jan Hendrickx (B) – Tim Smeuninx (B), die sich überschlugen. Jan Hendrickx blieb verletzt liegen, und wurde direkt behandelt und ins Krankenhaus gebracht, die ersten Informationen deuten darauf hin, dass er sichstarke Prellungen im Bereich der Hüfte/Becken zugezogen haben soll. Genaueres wird es wohl erst im Laufe des Morgigen Tages geben. Auch nach diesem Crash stand das Rennen bereits in der ersten Runde wieder kurz vor einem Abbruch, jedoch konnten der verletze Fahrer und das Gespann schnell von der Strecke geholt werden und die Unfallstelle mit geschwenkter gelber Flagge abgesichert werden. Ein Qualirace wurde dann nebenher doch auch noch gefahren, welches #1 Daniel Willemsen (NL) mit 18sec. Vorsprung auf #7 Maris Rupeiks (LV) – Kaspars Stupelis (LV) gewann. Allerdings fuhr Daniel mit dem Tschechen Ondrej Cermak als Beifahrer, da sich sein etatmäßiger Beifahrer Sven Verbrugge (B) beim Rennen in Hasselt (NL) beim Startcrash eine Wirbelfraktur zu und konnte daher heuer nicht starten. Es hieß allerdings, dass er für das nächste Rennen in Kegums (LV) wieder an den Start gehen will. Um so verwunderlicher daher, dass Daniel und Ondrej ohne Training im Schnitt 2-3 sec. pro Runde schneller waren als die Konkurenz. Die Ausnahmestellung des Rekordweltmeisters Daniel Willemsens (NL) ist hierbei wohl unverkennbar.

Aber damit sollte es noch nicht genug sein mit der Dramatik, denn im Qualirace der Gruppe B gabe es ebenfalls einen Startcrash – just an der Stelle wo Josef Brustmann letztes Jahr verunglückte – bei dem es #54 Nick Jarvis (GB) – Dan Chamberlain (GB) erwischte und Beifahrer Dan mit starken Rückenschmerzen ebenfalls ins Krankehaus gebracht werden musste. Die Art der Verletzunug ist leider nicht bekannt. Und weil aller guten Dinge ja bekanntlich vier sind, fuhren #2 Joris Hendrickx (B) – Kaspars Liepins (LV) ab der drittletzten Rundein langsamer Fahrt bis zum Rennende. Ursache hierfür war ein Sturz am selben Sprung wo auch #4 Etienne Bax (NL) seine Beifahrer verlor, nur das Hendrickx – Liepins links den Abhang hinunter stürzten und das Gespann sich mehrfach überschlug und Joris sich dabei eine Fussverletzung zuzog. Er versuchte zwar noch das Rennen zu Ende zu fahren und sich vielleicht noch direkt zu qualifizieren, doch in der letzten Runde bzw. 3 Kurven vor dem Ziel gingen #80 Johan Smit (NL) – Bruno Kälin (CH) noch an ihen vorbei und  so musste #2 Joris Hendrickx (B) als 13. in die Last Chance. Auch hier wurde noch so nebenher ein Qualirace gefahren, welches die #8 Daiders Brüder aus Lettland vor #20 Scherbinin (RUS) – Kurpnieks (LV) gewannen. Unter starken Schmerzen fuhr #2 Joris Hendrickx dann eine schnelle Runde in der Last Chance und qualifizierte sich damit als 25. für die Wertungsläufe, ob er dann aber morgen starten kann wird sich erst noch zeigen. Und die schlimmste Befürchtung ist eingetroffen, die Saison 2011 ist für Joris Hendrickx beendet, aufgrund einer Verletzung an der Achillissehne. Damit wäre allerdings der Unfallbedarf für dieses Wochenende mehr als gedeckt, zwei Topfavoriten im Krankenhaus, ein Topfavorit schwer angeschlagen, sind mehr als das Sidecarcross-Herz ertragen kann.