GP Strassbessenbach (D) / Sommer, Sonne, geile Rennen

Halbzeit in der WM-Saison. Und das bei hochsommerlichen Temperaturen in Strassbessenbach (D). Wie in jedem Jahr haben die Bessenbacher auch heuer wieder den GP mit der höchsten Starterzahl, insgesamt 55 Teams kämpfen bei 35°C im Schatten um einen der begehrten 30 Startplätze am Sonntag. Der MSC Strassbessenbach stellte wie gewohnt eine sensaionelle Veranstaltung mit perfekt präparierter Strecke auf die Beine. Erfreulich aus deutscher Sicht die Anzahl von acht deutschen Teams, darunter die frisch gebackenen Sieger im deutschen Motocross-Pokal #911 Peter/Ohl, die mit einer Wildcard beim Heim-GP an den Start gehen dürfen, und so ihr WM-Debüt gaben. Und mit Stefan Pfaff, der bei #71 Prokesch im Boot steht, ist auch ein Lokalmatoador mit von der Partie. Nach langer Verletzungspause gab #44 Silvio Senz sein Comeback. Da sei Etatmäiger Beifahrer Bruno Kälin immer noch bei #5 Rozehnal aushilft, konnte Senz kurzfristit den Niederländer Jimmy van Gennip aktivieren.

Qualifikation

Im Qualirace der Gruppe A bestimmten die derzeitigen Leader in der WM #1 Adriaenssen/v.d.Bogaart das Geschehen und konnten mit einem Start/Ziel Sieg sich die Pole-Position für die morigen Wertungsläufe sichern. Dahinter folgten die starken Franzosen #100 Giraud/Musset die sich von Platz fünf noch auf Rang zwei vorfuhren und #6 Brown /J.Chamberlain auf Rang drei verwiesen. Als fünte konnten #23 Walter/Vonbun stolz auf ihre Leistung sein. Pech haten hingegen sämtliche anderen deutschen Teams. #73 Richter/Nicke erwischte es bereits in der ersten Runde als sich im Sprung mit einem anderen Gespann kollidierten, sich überschlugen und das Rennen leider beenden mussten. Das gleiche Schicksal ereilte #44 Senz/van Gennip leider ebenfalls zwei Runden vor Schluss. Beifahrer van Gennip bekam bei einer Landung die Stange in die Rippen und konnte kein Renntempo mehr fahren. #119 Kregefsky/Richter sahen zwar die Zielflagge müssen nach Rang 17 aber in die Last Chance. Ebenfalls aufgeben mussten die amtierenden deutschen Meister #8 Bürgler/Betschart, die mit Verdacht auf Motorschaden vorzeitig raus fuhren, sich dann aber souverän mit der schnellsten Zeit in der Last Chance qualifizieren konnten.

Wesentlich mehr Spannung gab es im Qualirace der Gruppe B. Nachdem #2 E.Bax/Stupelis den Start gewonnen hatten hatten sie nach einer halben Runde Probleme mit dem Motor und kamen erst als letzte aus der ersten Runde zurück. Danach begann eine furiose Aufholjagd – zwischenzeitlichen mit einem weiteren Motoraussetzer – bei der am Ende noch ein fünter Rang zu buche stand. Aller Achtung bei nur 20min Racetime. zunächst hatte der junge Niederländer #72 Hermans/van Gaalen die Führung inne, musste sich dann aber nach 2 Runden dem Rekordweltmeister #111 D.Willemsen/R.Bax geschlagen geben und am Ende das Rennen sogar vorzeitig beenden. Willemsen dagegen holte sich den Sieg vor #3 Hendrickx/Mucenieks. Nach einem eher mäßigen Start aus der 2. Reihe kämpfen sich #26 Morch/Godau aber am Ende aus dem hintern Mittelfeld bis auf Rang 11, welcher die direkte Qualifikation bedeutete. Alle anderen deutschen Teams müssen allerdings ihr Glück in der Last Chance versuchen. Beachtlich aber der 17. Rang für die Youngster #911 Peter/Ohl. Für #71 Prokesch/Pfaff war das Rennen bereits nach der zweiten Runde beendet. Auch #54 Blank/Klooz mussten in der sechsten Runde aufgeben. Und leider schafft es dann auch keines der deutschen Teams sich über die Last Chance doch noch zu qualifizieren. Somit bleiben #23 Walter/Vonbun und #26 Morch/Godau die beiden einzigen Vertreter beim Heim-GP.

Die Rennen

Nach der grossen Hitze gestern, waren die Temperaturen am Rennsonntag doch deutlich angenehmer, dazu bewölkt. Am Start setzten sich #1 Adriaenssen/v.d.Bogaart gleich an die Spitze und es folgte wie im letzen Jahr das Duell mit #2 E.Bax/Stupelis mit dem besseren Ausgang für die aktuellen WM-Leader. Dahinter bissen sich die beiden Franzosen #100 Giraud/Musset an #3 Hendrickx/Mucenieks die Zähne aus, kamen aber nicht vorbei und ließen dann drei Runden vor Schluss abreißen und sicherten sich so den vierten Platz vor #111 D.Willemsen/R.Bax. Die wirklich spannenden Duelle fanden im Mittelfeld statt, wo teilweise 6-7 Teams im Pulk um die Plätze kämpften. So auch #26 Morch/Godau, die als 18. im Ziel sich noch zwei WM-Punkte sichern konnten und im gesamten zufrieden mit dem Rennen waren. Ein abgerissener Benzinhahn beendete leider in der siebten Runde das Rennen von #23 Walter/Vonbun vorzeitig, die bis dahin recht gut unterwegs waren und Chancen auf eine Top Ten Plazierung gehabt hätten, so wie #8 Bürgler/Betschart die trotz Start aus der zweiten Reihe als achte ein Top Ergebnis erzielten.

Und sie haben es wieder getan. In der gleichen dominanten Art und Weise wie im 1. Lauf fuhren #1 Adriaenssen/v.d.Bogaart den zweiten Laufsieg ein und sind somit auch die Sieger des Deutschland GP. die Zweitplatzierten #2 E.Bax/Stupelis hatten diesmal aber mehr Mühe, und es brauchte mehr als die Hälfte des Rennens, bis sie endlich #100 Giraud/Musset überholen konnten. Bei den beiden Franzosen ließ dann doch etwas die Kraft nach. Der große Pechvogel der Top 5 Teams war #3 Hendrickx/Mucenieks, die auf Rang vier liegend mit technischem Defekt in der zwöften Runde ausfielen. Nur als neunter aus der ersten Runde kamen #111 D.Willemsen/R.Bax zurück, konnten sich Rennverlauf aber noch bis auf Rang sechs vorarbeiten. Doch der Abstand zu den ersten drei war da schon knapp 2min. Packend das Duell um Rang acht, denn hier kämpfen gleich 5 Links-Gespanne miteinander und die Positionen wurden fleißig getauscht. Am Ende waren #8 Bürgler/Betschart mit all ihrer Routine dann das beste der fünf Teams, hatte dann aber wie bereits im Qualirace das Pech, dass 2 Runden vor Schluss der Motor fest ging und die beiden Schweizer leider die sicher geglaubten Punkte abschreiben mussten. Besser erging es #23 Walter/Vonbun, die nach ihrer Nullrunde im 1. Lauf diesmal als 13. ins Ziel kamen und sich bei der drückenden Schwüle total abgekämpft aber über 8Pkt. freuen konnten. Ebenso steigern konnten sich #26 Morch/Godau, die mit Rang 16. mehr als zufrieden waren. Etwas extrem war leider die hohe Anzahl an Ausfällen, denn am Ende sahen nur 21 Teams die Zielflagge.

Bleibt als Resüme, dass es dem MSC Strassbessenbach mal wieder gelungen ist einen perfekten WM-Lauf zu organisieren und durchzuführen. Perfekte Streckenbedingungen, beste Verpflegung und für alle Anliegen ein offenes Ohr. Hier könnte sich so manch anderer Veranstalter mehr als eine Scheibe abschneiden und Anschauungsunterricht betreiben.