GP Strassbessenbach / Hochsommerliche Rennen

Samstag – Qualifikation

Der Sommer ist endlich da! Mit 30°C im Schatten und keiner Wolke am Himmel werden die 48 angereisten Teams heute am Samstag in der Quali zu kämpfen haben.

Für Sonntag sind nochmal bis zu 33°C angekündigt. Nach den vielen Regenrennen jetzt nun das andere Extrem mit großer Hitze. Der MSC Strassbessenbach hat mal wieder eine Top Arbeit geleistet und die Strecke in einen perfekten Zustand gebracht und für eine gute Streckenbewässerung gesorgt. Aus deutscher Sicht erfreulich, dass insgesamt 7 Teams am Start waren, darunter #34 Walter/Vonbun, die ihren ersten gemeinsamen WM-Lauf angingen. Pech bei der Anreise hatte #30 Morch/Nicke, deren LKW 70km vor Strassbessenbach mit defekter Kupplung liegen blieb und ins Fahrerlager geschleppt werden musste. Vor der Heimreise will das Team die Kupplung vor Ort in Eigenregie erneuern, das Ersatzteil wurde bereits heute morgen geliefert. Nicht am Start waren nach ihren Operationen #1 Willemsen/R.Bax und #6 Giraud/Musset, für die aufgrund der jeweiligen Schulterverletzung die Saison vorzeitig beendet ist. Ebenfalls nicht am Start waren die beiden Engländer #15 Millard/Millard, denen Gerüchten zufolge nachgesagt wird, dass nach der verpassten Qualifikation in Schwedt nun der Hauptponsor den Geldhahn zugedreht hat.

Spannende Qualiraces

Einen ungefährdeten Start/Ziel Sieg in der Qualigruppe A holten sich die Favoriten #3 Adriaenssen/v.d.Bogaart, dahinter #7 Rozehnal/Rozehnal und #5 Hendrickx/Mucenieks. Ganz stark bei ihrem diesjährigen WM-Debüt #34 Walter/Vonbun die am Ende sehr gute sechste hinter #10 Bürgler/Betschart wurden und sich damit genauso wie #83 Garhammer/Klooz als zehnte direkt für die beiden Wertungsläufe morgen qualifizieren konnten. Pech hatten dagegen #30 Morch/Nicke, die in der letzten Runde noch auf Rang 13 zurück fielen und somit in die Last Chance mussten. Das gleiche Schicksal ereilte #69 Uhlig/Oettel wie auch die beiden jungen Österreicher #68 Weiss/Schneider.

Wesentlich spannender war das Qualirace der Gruppe B, wo sich an der Spitze #2 Bax/Stupelis und #11 Daiders/Daiders ein tolles Duell bis ins Zeil lieferten. Mehrmal wechselte die Führung nachdem #5 Bax/Stupelis gleich zwei mal ein kleiner Fahrfehler unterlief, den die beiden Letten dann auch eiskalt ausnuzten um die Führung zu übernehmen. Aber am Ende  war Bax dann doch zu schnell und gewann den Lauf mit knappem Vorsprung. Aus deutscher Sicht gab es riesen Jubel denn nach einem guten Start konnten sich #61 Senz/Benning am Ende über einen sechsten Platz freuen, und stehen morgen somit zum ersten Mal überhaupt in der ersten Startreihe. Und auch #90 Blank/Daiss fuhren ein beherztes Rennnen und erkämpften sich mit Rang 9 ebenfalls die direkte Qualifikation. Für #72 Prokesch/Ohl reichte Rang 14 am Ende leider nicht.

Sonntag –  Die Rennen

Wiederum bei hochsommerlichen Temparaturen von knapp 32°C ging der Holeshot im 1. Wertungslauf an #3 Adriaenssen/v.d.Bogaart vor #2 Bax/Strupelis und #7 Rozehnal/Rozehnal. Und danach entbrannte ein Kampf um die Spitze. Die trotz der Hitze doch recht zahlreich an der Strecke stehenden Zuschauer erfreuten sich an einem rundenlangen Duell zwischen #3 Adriaenssen/v.d.Bogaart und #2 Bax/Stupelis. Der Niederländer versuchte immer in den Bergabpassagen an dem Belgier vorbei zu kommen doch dieser fuhr geschickt in die Spur von Bax und so brauchte es dann doch erst einen Fahrfehler von #3 Adriaenssen in einer langgezogenen Rechtskurve in der er zu stark ins driften kam und Bax konnte vorbei ziehen. Die Führung gaben #2 Bax/Stupelis dann bis ins auch nicht mehr ab. Dahinter hatte das restliche Feld dann schon eine gute halbe Runde Rückstand. Auch der Kampf um Rang vier zwischen #5 Hendrickx/Mucenieks und #11 Daiders/Daiders war äussert sehenswert. am Ende konnte sich #5 Hendrickx mit einem waghalsigen und weiten Sprung im Flug an den beiden Letten vorbeischieben und wurde so vierter. Stark auch die beiden Schweizer #10 Bürgler/Betschart, die als bestes Linksbootgespann auf Rang sechs kamen.

Bleibt der Blick auf unsere deutschen Teams, wo es bei den Ergebnissen Licht und Schatten zu vermelden gab. Konnten #34 Walter/Vonbun mit Rang zehn noch einen beachtlichen TopTen Platz einfahren, so musste der in der Quali stark gefahrene #61 Silvio Senz mit Beifahrer Ronny Benning bereits in der viertern Runde verletzt aufgeben. Fahrer Silvio Senz hatte einen großen Stein direkt auf den linken Daumen bekommen, der seit dem Crash in Genk erst schon lädiert war. Buchstäblich mit Tränen in den Augen vor Schmerzen war das Rennen vorzeitig beendet. #34 Walter/Vonbun hatte sich lange Zeit gegen den Englischen Routinier #111 Brown/J.Chamberlain behaupten können, am Ende fand der Engländer dann aber doch noch die Lücke um vorbeizuziehen. Die beiden anderen deutschen Teams #83 Garhammer/Klooz und #90 Blank/Daiß blieben im Bereich ihrer Möglichkeiten und schafften es als 22. und 24. aber nicht in die Punkteränge zu fahren. Bei #83 Garhammer/Klooz war eine kapute Zündkerze der Auslöser für zu wenig Leistung des Motors. So konnten die beiden jungen Schwaben dem Feld nur hinterherfahren.

Start 1. Lauf

2. Lauf an Dramatik nicht zu überbieten

Das Grande Finale sprich der 2. Lauf war am Ende das Highlight des Tages, an Spannung und Dramatik kaum zu überbieten. Dieses Rennen muss man selbst gesehen haben, es in Worte zu fassen ist äußerst schwer. Aber zunächst wird die aus deutscher Sicht fantastische Leistung von #34 Walter/Vonbun gewürdigt, die im zweiten Lauf nochmal einen Schippe drauf legten und mit Platz neun heute das mit Abstand beste Deutsche Team waren. Erster WM-Lauf und gleich 23 Pkt. eingefahren, bedeutet im momentanen WM-Stand Platz 26. Man darf gespannt sein was das Team in Roggenburg (CH) und Rudersberg (D) – wo die Teilnahme geplant ist – noch für gute Resultate abliefert. Auch #10 Bürgler/Betschart wiederholten ihr Ergebnis aus Lauf 1 und wurden hinter #11 Daiders/Daiders gute sechste. Für die Teams #83 Garahmmer/Klooz und #90 Blank/Daiß war das Durchkommen das heutige Erfolgserlebnis.

Bessenbach Bax vs. Adriaenssen

Duell #2 Bax vs. #3 Adriaenssen

An der Spitze aber tobte ein Duell auf Messers Schneide. #3 Adriaenssen/v.d.Bogaart holten sich erneut den Holeshot und #2 Bax/Stupelis waren in Schlagdistanz. Danach entwickelte sich bis ins Ziel ein Fight der den zuschauern zum Teil den Atem stocken ließ. #2 Bax versuchte zig mal an #3 Adiraenssen vorbei zukommen, war teilweise sogar direkt neben dem jungen Belgier fand aber letzlich keinen Weg vorbeizuziehen. #3 Adriaenssen, der sonst eher einen äusserst unspäktakulären Fahrstil hat, zeigte sein großes Kämpferherz und musste all seine Klasse aufbieten um die vielen Angriffe von Bax abzuwehren. Vor allem bei den berühmten Treppenstufen war Bax immer auf gleicher Höhe sprang einmal sogar in das Heck von #3 Adriaenssen rein so das er und sein Beifahrer Kaspars Stupelis beinahe stürzten. Ein Aufschrei ging durch die Zuschauerreihen, aber #2 Bax konnte das Gespann im letzten Moment wieder in die Spur bringen. Und in jeder Runde versuchte er es an den selben Stellen, und rutsche dann in einer langen Rechtskurve mit zuviel Speed in Adriaenssen hinein. Was folgte waren wildes Gestikulieren zwischen den beiden Teams. Bis zur letzten Kurve versuchte es #2 Bax aber ohne Erfolg.

Strassbessenbach Siegerehrung

Strassbessenbach Siegerehrung

Am Ende gab es im Ziel den Shakehands der beiden Teams und #2 Etienne Bax erkannte im Interview mit dem Streckensprecher die tolle Lesitung von #3 Adiraenssen/v.d.Bogaart an. Fast ein wenig ging das tolle Ergebnis der beinde tschechischen Brüder #7 Rozehnal/Rozehnal unter, die mit zwei dritten Plätzen am Ende auch 3. in der Tageswertung machten somit in der Gesamtwertung weiter an Boden gut. Weiter geht es nun mit der „Ost-Tour“ nach Kivioli (EST) und Kegums (LV), bevor die Schweiz ruft und es nach Roggenburg geht.