Matsch-Chaos im 1. Lauf sorgt für ordentlich Unterhaltung / D. Willemsen dominiert

Samstag – Qualifikation:

Der 5. Weltmeisterschaftslauf gastierte an diesem Wochenende im Belgischen Genk. 50 Teams waren angereist, umd sich für die beiden Wertungsläufe am Sonntag zu qualifizieren.

Leider nocht am Start waren #8 Marko Happich (D)/Martin Betschart (D). Marko Happich verletzte sich letzte Wochen beim SAM-Lauf in Feldkirch (A) schwer an der Schulter (dreifacher Bänderriss) und wurde bereits am Donnerstag operiert. Marko muss nun eine 6 wöchige Ruhepause einlegen, danach kann mit der Reha begonnen werden. Wir wünschen Marko auf diesem Wege eine schnelle Genesung. Für die angereisten deutschen Fans, gabe es dennoch genug deutsche Teams zum anfeuern. Denn in Genk am Starte waren neben #37 Thomas Morch (D) mit Ersatzbeifahrer Ronny Benning (D) – Stefan Nicke ist nach Unfall in Kramolin verletzt – auch #50 Martin Walter (D), ebenfalls mit Ersatzbeifahrer, Meinrad Schelbert (CH), #34 Marcel Faustmann (D)/Konstantin Koch (D), diesmal rechtzeitig zur Abnahme #71 Silvio Senz (D)/Patrick Leskow (D), weiter #72 Markus Prokesch (D)/Stefan Hildebrand (D) und zu guter Letzt #88 Axel Richter (D)/Tino Warminski (D) und #73 Fabian Hertfelder (D)/Christian Daiß (D).

Leider war das Glück nicht auf der Seite der deutschen Teams, denn beim Qulirace der Gruppe A, mussten #34 Morch/Benning nach verpatzem Start das Feld von hinten versuchen wieder einzufangen, die gelang leider nur bis Rang 15. Doch das bittere Ende kam dann nach dem Rennen, als bis auf #88 Richter/Warminski alle (!!!) anderen deutschen Teams zur sogenannten Phone-Messung (Lautstärken-Messung) mussten, und #37 Morch/Benning leider über dem Grenzwert von 113 Dezibel lagen und mit einer Strafminute damit automatisch ans Ende der ERgebnisliste gesetzt wurden. Im Grunde war dies egal, da das Team so oder so in die Last Chance muss, aber für den Psychologischen Aspekt, ist so etwas nicht wirklich fördernd. #88 Richter/Warminski hatten am Start auch gleich das erste Maleur, sie standen in der zweiten Reihe hinter #17 Stuart Brown (GB)/Josh Chamberlain (GB) und gaben diesen mit einem kleinen Frühstart einen Schubser, so dass die beiden Engländer im Gatter landeten. Somit mussten die beiden jungen deutschen das Rennen als Vorletzte aufnehmen, da sie erst noch um die havarierten #17 Brown/Chamberlain herum fahren. Im Eifer des Gefechts fuhren #88 Richter/Warminski dann noch in den aufgeworfenen Haufen Erde und kippeten um. So ging das komplette Feld an den beiden vorbei und sie wurden am Ende letzter. Auch die anderen deutschen Teams ausser #50 Walter/Schelbert konnten sich alle nicht für die Wertungsläufe morgen qualifizieren.

Und #72 Prokesch/Hildebrand konnten das Tempo einfach nicht voll mitgehen, da Beifahrer Stefan Hildebrand sich im Training am morgen das Knie leicht verdreht hatte und mit starken Schmerzen fuhr. Gewonnen haben das Qualirace der Gruppe A, die momentan in der WM Führenden #5 Etienne Bax (NL)/Kaspars Stupelis (LV), der heute seinen Geburtstag feierte, vor #222 Joris Hendrickx (B)/Kaspars Liepins (LV) und #6 Ben Adriaenssen (B)/Sven Verbrugge (B). Das Schweizerisch-Deutsche Duo #14 Andy Bürgler/Raphael Markert wurden gute sechste. Und mit Marco Godau im Boot von #91 Andreas Chlose (B) schaffte ein weiterer Deutscher Beifahrer bei seinem diesjährigen WM-Debuet sicher die Qualifikation für die morgigen Wertungsläufe. Leider gab es auch unschöne Momente, so stürzten Robert Gustavsson (S) – Henrik Apelgren (S) nach einen Sprung so schwer, dass Beifahrer Henrik Apelgren zuerst bewusstlos liegen blieb und anschließend ins Krankenhaus gebracht wurde. Eine genauere Verletzung ist bisher noch nicht bekannt, wir wünschen an dieser Stelle abereine schnelle Genesung. Zum Glück sollte dies der einzig schwere Sturz an diesem Tage bleiben.

Das Ergebnis des Qualiraces der Gruppe B ist sehr schnell erzählt, denn auch hier war das Glück der deutschen Temas ebenso wenig vorhanden. #73 Herfelder/Daiß gingen erst gar nicht erst an den Start (der Grund ist bisher leider noch nicht bekannt), #71 Senz/Leskow hatten erst das Pech, dass sie direkt hinter dem Startunfall fest hingen und um das Geschehen drum herum fahren mussten und somit ziuemlich am Ende des Feldes lagen, und dann zu allem Übel auch noch in der vierten Runde einen Beiwagenradschaden hatten und vorzeitig aufgeben mussten. #34 Faustmann/Koch fuhren in der sechsten Runde in einer langgezogenen Rechtskurve in die aufgeworfene Erde des Anliegers und kamen dadurch von der Strecke ab. Sie mussten ebenfalls vorzeitig aufgeben. #1 Daniel Willemsen (NL)/Kenny van Gallen (NL) fuhren einen sicheren Start/Ziel Sieg heraus, vor dem zweiten Geburtstagskind des heutigen Tages #3 Jan Hendrickx (B) mit seinem Beifahrer Tim Smeuninx, und dem starkem Belgier #42 Jaseon van Daele mit Ben van den Boogart (NL) im Boot.

Die beiden jungen Franzosen #138 Valentin Giraud und Nicolas Musset überschlugen sich am Start recht spektakulä, konnten aber ohne Verletzungen das Rennen mit einer halben Runde Rückstand als letzte wieder aufnehmen, und fuhren noch bis auf Rang sieben nach vorne. Eine echte Meisterleistung der beiden jungen Franzosen. Am ende fehlten den beiden gerade mal fünf Sekunden auf Rang 4. Die beiden Letten #4 Maris Rupeiks/Elvijs Mucenieks ließen mit Rang vier ebenfalls mal wieder aufhorechen, fuhr Rupeiks doch in letzter Zeit eigentlich unter seinen Möglichkeiten. So hieß es dann für alle verbleibenden Teams: Last Chance. Hier konnten dann zumindest noch zwei deutsche Teams sich für die Wertungsläufe qualifizieren. #37 Morch/Benning ergatterten den 30. und letzten Startplatz und #71 Senz/Leskow sind als zweites Reserveteam qualifiziert. Die Aussichten für #71 Senz/Leskow auf einen Start scheinen auch gar nicht mal so schlecht. Zwar haben sich #12 Jan und Jeroen Visscher (NL) über die Last Chance qualifiziert, da sich allerdings Fahrer Jan Visscher im Qualirace verletzt hat (es wird ein Armbruch vermutet), wird vermutet, dass die beiden morgen nicht starten werden, und so zumindest schon mal die Chance für einen Einsatz der beiden Deutschen steigt. Man wird sehen. Für #34 Faustmann/Koch und #88 Richter/Warminski reichte es leider ganz knapp nicht, sie wurden 10. und 9. in der Last Chance. So stehen nun morgen die beiden Wertungsläufe an, einen ausfühlichen Bericht gibt es dann wie gewohnt morgen Abend.

Sonntag – Wertungsläufe:

Nach dem sonnigen heißen Tag gestern in der Quali, zeigte das Wetter heute, dass es auch anders kann. Heftige Regenfälle in der Nacht und ein doch recht ordentlicher Schauer am Vormittag hatten die Strecke komplett verändert. Tiefe Rillen und nur eine Spur waren das Resultat. Und das befürchtete Chaos kam dann auch gleich in der zweiten Kurve. Vorneweg #21 Marcel Willemsen (NL)/Gertie Eggink (NL), die den Start gewannen, dahinter Marcel’s Bruder #1 Daniel Willemsen/van Gaalen. Die Spitzengruppe bestand danach aus lediglich 6 Teams denn dahinter kam es zum heilosen durcheinander. Der Auslöser waren #10 Millard/Millard und #42 van Daele/van den Bogaart die sich auf der Innenseite der Rechtskurve verharkten, und Millard sogar in den kleinen Teich rutschte. Was folgte, war die übliche Kettenreaktion und alle dahinter liegenden Teams musste sich erst einen Weg an den beiden havarierten Gespannen vorbei bahnen. Bei dem tiefen Boden und den tiefen Rillen leichter gesagt als getan. Als dann endlich alle Teams soweit furch waren und nur noch die beiden „verharkten“ versuchten sich zu befreien, kam das Feld von der ersten Runde zurück und es begann Teil zwei des großen Chaos. Beim aussen vobeifahren blieben #91 Clohse/Godau in der tiefen Rille hängen und #2 Daiders/Daiders knallten in sie hinein.

Auch hier dauerte es eine gefühlte Ewigkeit, bis beide weiter fahren konnten. Die beiden Letten machten aber das beste aus der Situation, denn sie hängten sich an direkt hinter den Führenden #1 Willemsen/van Gaalen, und wurden so quasi im Windschatten noch bis auf Rang 10 vorgespült. #3 Jan Hendrickx/Smeuninx waren ebenfalls die leidtragenden dieses Unfalls denn beim Versuch auswzueichen, kamen beide vom Kurs ab und drehte sich um die eigene Achse. Gleich in der zweiten Runde übernahm Daniel Willemsen die Führung und gab diese bis zum Ziel auch nicht mehr ab. Allerdings haderte er mehrmals mit seinem Beifahrer Kenny van Gaalen, was mit starken Reißen am Gespann zu sehen und an den Kommandos zu hören war. Sein Bruder Marcel Willemsen fuhr dafür ein äusserst starkes Rennen und verteidigte seinen zweiten Rang über mehrere Runden vor #6 Adriaenssen/Verbrugge, die am Ende dritte wurden. Dahinter hatten sich überraschend #14 Bürgler/Markert eingefunden. Bitter nur, dass sie in der letzten Runde diesen vierten Platz noch an #222 Joris Hendrickx/Liepins abgeben mussten, da die bereits überrundeten #38 Devoldere/Verbrugghe sie unnötig aufhileten. #14 Bürgler/Markert machten ihrem Ärger dann auch nach der Zieldurchfahrt deutlich Luft und stauchten das Team ordentlich zusammen.

Trotzdem ist der fünfte Rang das bisher beste Resultat in der WM. Eine Nullrunde fuhren #5 Bax/Stupelis ein. Die beiden hatten bis zur Mitte des Rennens auf Rang drei gelegen, dann aber technische Probleme am Gespann gehabt und der Motor ging einfach aus. Es dauert dann knapp zwei Runden bis Bax den Motor wieder zum laufen bekam, und so war am Ende lediglich Platz 21 das Ergebnis. Aber auch #138 Giraud/Musset hatten in dem allgemeinen Chaos eine Hauptrolle und hatten im hinteren Feld keine Chance sich weiter als bis Rang 18 zu verbessern. Pech hatten mal wieder #37 Morch/Benning, die beim Startcrash von #11 Rozehnal/Rozehnal ausweichen mussten und dabei den Motor abwürgten, und so dem Feld hinterher hecheln mussten. Dafür spang am Ende aber ein überaus beachtlicher 14. Rang heraus. Auch #50 Walter/Schelbert waren lange Zeit im Mittelfeld unterwegs, mussten sich aber am Ende mit Rang 20 zufrieden geben, da Beifahrer Meinrad Schelbert einen Stein aufs auge bekommen hatte und kaum noch etwas sehen konnte. Daher sind die beiden auch im 2. Lauf nicht mehr gestartet. Leider gibt es auch noch weitere Verletzungen aus dem 1. Wertungslauf zu vermelden. #19 Henrik Söderqvist (S) brach sich bei einem zweifachen Überschlag das linke Schlüsselbein und bei #18 Cermak/Cermak zog sich Beifahrer Ondrej eine schwere Knieverletzung zu.

2. Lauf

Nach dem Chaos beim Start im 1. Wertungslauf hatten die Veranstalter reagiert, der Start zum 2. Wertungslauf wurde um 15 Minuten verschoben, und der Bereich nach dem Start bis nach den ersten drei Kuven wurde mit einem Radlader bearbeitet und die Löcher zumindest provisorisch zugeschoben. Dies war war eine sehr gute Entscheidung, denn diesmal verlief der Start ohne größere Zwischenfälle. #5 Bax/Stupelis konnten sich auch direkt an die Spitze setzen, gefolgt von #1 D.Willemsen/van Gaalen. Und beide momentan wohl stärksten Teams in der WM schenkten sich nichts und lieferten sich über 5 Runden ein wahnsinnig spannendes Duell, bis schließlich #1 Willemsen/van Gaalen vorbei ziehen und sich so den Laufsieg sichern konnten. #5 Bax/Stupelis versuchten zwar nochmal anzugreifen, hatten aber keine Chance und fuhren so ihren zweiten Platz sicher nach Hause. Ein starkes Wochenende erlebten auch #6 Adriaenssen/Verbrugge, die wie bereits im 1. Lauf am Ende dritte wurden und somit in der Tageswertung Rang zwei belegten. Mit gebührenden Abstand dahinter folgten die beiden Hendrickx Cousins #222 Joris auf Rang vier und #3 Jan auf Rang fünf.

#14 Bürgler/Markert hatten diesmal im Mittelfeld ihren Kampf. Erst kamen sie an #24 Jenkins/D. Chamberlain über mehrere Runden nicht vorbei, und als sie diese dann endlich geknackt hatten, machte sich #21 M.Willensen/Eggink sehr breit und somit war am Ende mehr wie Rang elf nicht drin. Trotzdem eine gute Vorstellung der beiden in der DM auf Rang zwei liegenden Jungs. Aufgrund der vielen nicht mehr angetretenen Teams durften im 2. Lauf dann auch #71 Senz/Leskow als zweites Ersatzteam an den Start gehen. Bei ihrem WM-Debuet schlugen sich die beiden recht achtbar aus der Affäre und wurden am Ende 23.! Leider sollte sich das Pech der deutschen Teams konstant weiter fortsetzen. Beireits bei der Einführungsrunde zerstörte ein Stein die vordere Bermsscheibe vom #37 Morch/Benning. So mussten sie direkt vor dem Start noch schnelle das Vorderrad austauschen. Und als ob damit noch nicht genug, fuhren #91 Clohse/Godau beim Zweikampf mit voller Wucht mit ihrem Vorderrad in den Rücken von Beifahrer Ronny Benning.

Mit großen Schmerzen mussten #37 Morch/Benning dann leider aufgeben. Mit dem Doppelsieg heute verbesserte sich #1 D.Willemsen/van Gaalen im Gesamtklassement auf Rang zwei mit nun 16 Punkten Rückstand auf die Leader #5 Bax/Stupelis. Neue Gesamtdritte sind #6 Adriaenssen/Verbrugge gefolgt von #3 Jan Hendrickx/Smeuninx und #222 Joris Hendrickx/Liepins. Weiter geht es nun bereits nächstes Wochenende in Lacapaelle-Marival in Frankreich mit dem 6. Grand Prix. Nach momentanem Stand wird aus deutscher Sicht leider nur das Team #34 Faustmann/Koch nach Frankreich reisen. Danach folgt am 22.07. der nächste Lauf zur int. Deutschen Meisterschaft in Strassbessenbach, bevor es dann in der WM auf die große Ostblock-Tour nach Kivioli (Estland), Kames-Uralsk (Russland) und Kegums (Lettland) geht.