Hitzeschlacht in Kivioli (EST) / #5 Bax/Stupelis gewinnnen 1. Lauf

Samstag – Qualifikation

Bei Hochsommerlichen 32 Grad stand in Kivioli (EST) der 7. WM-Lauf an. Insgesamt 44 Teams waren am Start, leider jedoch aus deutscher Sicht nur

#34 Marcel Faustmann (D)/Konstantin Koch (D) und Beifahrer Raphael Markert , der im Boot von #14 Andy Bürgler (CH) steht. Dafür waren viele Estische Teams aber auch WM-Neulinge aus Lettland und Finnland am Start. Nach dem Start zum Qualirace in Gruppe A lagen #34 Faustmann/Koch nach der ersten Runde auf einem grandiosen sechsten Rang. Leider konnten Sie das Tempo der Top-Teams nicht mitgehen und vielen auf Rang neun zürück. Aber dann zwei Runden vor Schluss leiste sich Marcel Faustmann einen Fahrfehler und so vielen sie noch bis auf Ragn 15 zurück, was bedeutet, dass das Team in die Last Channce muss.

An der Spitze fuhren #5 Etienne Bax (NL)/Kaspars Stupelis (LV) einen ungefährdeten Start/Ziel Sieg heraus. Der Kamp um Rang zwei war da schon wesentlich sehenswerter und vor allem spannend. Denn über die letzten 5 Runden kämpften #6 Ben Adriaenssen (B)/Sven Verbrugge (B) und #3 Jan Hendrickx (B)/Tim Smeuninx (B) musste sich Adriaenssen richtig breit machen und einige Angriffe von Jan Hendrickx abwehren. Am Ende reichte es aber für den jungen Belgier für Rang zwei. Sein WM-Debut feiert #7 Evgeny Scherbinin (RUS) mit Roman Vasilyaka (UA) im Boot. Als sechster konnte sich der ehemalige Vizeweltmeister von 2006 direkt für die beiden Wertungsläufe morgen qualifizieren. auch Björn Roes (NL) der wieder mit Bruno Kälin (CH) zusammen fuhr schaffte gerade noch so als neunter die Qualifikation. In der letzten Runde hatte sich das innere des Auspuffes gelöst und die Dämmwatte, sowie das innere Luftführungsrohr hatten sich nach hinten rausgedrückt, so dass das Gespann kaum noch Leistung hatte. Am Ende schoben die beiden das Gespann über die Ziellinie. Dahinter schafften dann drei Estische Teams bei deren Heim-GP die direkte Qualifikation. In der Gruppe B gab es nach dem Start eine faustsicke Überraschung, #16 Rodiniov/Rodiniov kamen als erste aus der ersten Runde zurück.

Denn #1 Willemsen/Daiders hatten mit technischen Problemen am Gespann zu kämpfen, wahrscheinlich die Elektrik, da das Gespann nicht die volle Leistung von sich gab. Bis auf Rang fünf zurückgefallen, arbeiten sich #1 Willemsen/Daiders am Ende aber noch bis auf Rang zwei nach vorne. Denn nach einigen Runden hatte #222 Joris Hendrickx (B)/Kaspars Liepins (LV) die Führung übernommen und gaben diese auch bis ins Ziel nicht mehr ab. Allerdings kamen #1 Willemsen/Daiders noch nahe an die Führenden heran. Ganz stark fuhren die tschechischen Brüder #11 Rozehnal/Rozehnal, die sich erst #42 Jason van Daele (B)/Ben van den Bogaart (NL) schnappten und dann die Rodiniov Brüder, und so am Ende tolle dritte wurden. #14 Bürgler/Markert fanden über die komplette Renndistanz kein Mittel um an #10 Millard (GB)/Millard (GB) vorbei zu kommen und mussten sich am Ende mit Rang acht begnügen. In der Last Chance schaffte es das einzige Deutsche Team #34 Faustmann/Koch dann doch, sich als vierte von sechs für die beiden Wertungsläufe morgen zu qualifizieren. Nachdem in ihrem Qualirennen der Gruppe A #17 Stuart Brown (GB)/Josh Chamberilain (GB) mit defekter Zündung ausfielen, konnten sie al Sieger der Last Chance auch noch ihr Ticket für die beiden morgigen Läufe lösen. Hier beginnt nun das attraktive Abendprogramm mit großer Party im Festzelt mit einer der bekanntesten Bands Estlands, sowie dem Flutlicht-Rennen und Hill-Climbing. Ein großes Feuerwerk rundete einen schönen Abend ab.

Sonntag – Rennen:

Bereits um 10h morgens zeigte das Thermometer kuschelige 30,5°C an und beim Start zum 1. Wertungslauf waren es dann 34°C im Schatten (!!!). Und die Hitze sollte auch ihre Opfer finden. Beifahrer Ben van den Bogaart (NL) viel nach der Hälfte des Rennens aus dem Boot von #42 Jason van Daele (B). Bis dahin hatten die beiden auf einem sehr guten sechsten Rang gelegen. Gleich am Start gab es einen Crash, dem #222 Hendrickx/Liepins zum Opfer fielen. Zwar ist beiden nichts passiert, aber an eine Weiterfahrt war nicht mehr zu denken, denn der Lenker war gebrochen. Den Star gewannen #5 E.Bax/Stupelis, und gaben dann ihre Führung auch nicht mehr ab und gewannen am Ende mit guten 16sek. Vorsprung vor #1 Willemsen/Daiders. Dahinter kämpften lange Zeit #6 Adriaenssen/Verbrugge und #3 Hendrickx/Smeuninx. Diese spannende Duell fand aber in Runde acht ein Ende, denn als #3 Hendrickx/Smeuninx vorbei gingen, konnten sie auch direkt einen Vorsprung herausfahren und wurde so am Ende dritte. Um Rang sechs kämpften gleich drei Teams mit harten Bandagen. Wie immer starteten #21 M.Willemsen/Eggink hervorragend, mussten dann aber noch zwei Plätze abgeben.

Denn erst nutzen #11 Rozehnal/Rozehnal einen kleinen Fahrfehler von Marcel Willemsen und gingen in der fünften Runde an den Niederländern vorbei, und dann fanden die beiden Letten #4 Rupeiks/Mucenieks ebenfalls noch eine Lücke und quetschten sich eine Runde später an #21 M.Willemsen/Eggink mit einem sehenswerten Überholmanöver vorbei. Da #14 Bürgler/Markert aus der zweiten Reihe starten mussten, hatten sie am Start das Pech dem Start-crash von #222 Hendrickx/Liepins ausweichen zu müssen und so als elfte aus der ersten Runde zurück kamen. Danach hingen sie lange Zeit hinter den beiden Russischen Brüdern #16 Rodiniov fest. Als sie diese dann endlich geknackt hatten, mussten #14 Bürgler/Markert aber ihren gerade gewonnen Platz wieder abgeben, denn #15 Derks/R.Bax, die sich das Duell Bürgler gegen Rodiniov lange angesehen hatten, konnten sich an beiden Teams vorbei mogeln. Unser einziges deutsches Team #34 Faustmann/Koch hatten ebenfalls einen guten Start erwischt und konnten sich auch lange Zeit im Mittelfeld halten, aber als bei der großen Hitze und der harten Piste die Kräfte schwanden, mussten sich die beiden jungen Deutschen am Ende mit Rang 18. zufrieden geben. Aber immerhin das beste Laufergebnis für #34 Faustmann/Koch in dieser WM-Saison. Aber es war ein sehr hartes Rennen für alle Teams, selbst Gewinner Kaspars Stupelis sagte hinterher, dass er doch an seine konditionelle Grenze gekommen war. Marek Rozehnal kippte bei der Sound-Kontrolle sogar um. Selbst die Top-Teams hatten so ihre Probleme.

2. Lauf:

Bei mittlerweile 36°C im Schatten (!!!) gingen die Teams ans Startgatter. Den Hole-Shot holten sich #1 Willemsen/Daiders und hatten sich auch schnell einen komfortablen Vorsprung heraus gefahren. Und mit einem ungefährdeten Start/Ziel Sieg holten sich #1 Willemsen/Daiders damit auch den Tagessieg. Bei der anschließenden Siegerehrung war die Freude entsprechende groß. Der erwartete Zweikampf mit #5 Bax/Stupelis blieb allerdings aus, denn die zwei Sieger aus dem 1. Wertungslauf hatten vom Start weg Motorprobleme und kamen nicht über Rang fünf hinaus. So konnten #222 Hendrickx/Liepins nach dem Ausfall im ersten Lauf mit Rang zwei zeigen, dass mit ihnen heute auch zu rechnen gewesen wäre. Wie im ersten Lauf wurden #3 Hendrickx/Smeuninx dritte vor #6 Adriaenssen/Verbrugge. Die Hitze forderte dann im zweiten Lauf auch sehr extrem ihre Opfer. Es zeigte sich wer konditionell Top fit ist und wer defizite hat. Vor allem die langsameeren Teams hatten mit der nun auch sehr ausgefahrenen Rennstrecke ihre Mühe und Not.

Einige Beifahrer mussten von ihren Fahrer teilweise fest gehalten werden, damit sie nicht raus fallen (!!!), eigentlich unverantwortlich, aber wenn man schon mal bei einem WM-Lauf dabei ist dann ist der Ehrgeiz doch größer als die Vernunft, um die Zielflagge zu sehen. Im Ziel hatte der Veranstalter dann aber dafür gesorgt, dass die Teams mit kaltem Wasser versogt werden, und so gönnten sich einige eine Dusche unterm Wasserschlauch (siehe Bildergalerie) Pech hatten #14 Bürgler/Markert, die in einen Startcrah verwickelt waren und als 26. aus der ersten Runde kamen. Aber die Aufholjagd war dann vom aller feinsten. Bis auf Rang 10 schaftten es die beiden noch bis nach vorne, und ließen dabei auch Teams wie #138 Giraud/Musset und #10 Millard/Millard hinter sich. War wäre wohl möglich gewesen wenn die beiden am Start etwas mehr Glück gehabt hätten? Positiv auch unser deutsches Team #34 Faustmann/Koch, die die Deutsche Fahne wirklich ehrvoll hoch hielten. Denn sie toppten das Ergebnis des ersten Laufes noch und wurden wiederum nach einem guten Start am Ende tolle 16.! Der Lohn für das gute Wochenende waren 8 WM-Punkte.

Für die Teams heißt es nun schnell alles zusammen packen und ab nach Russland. Die Teams, die nach Kamensk-Uralsky fahren werden im Konvoi aufbrechen. Die FIM hat im Vorfeld dafür gesorgt, dass der Zoll an Russlands Grenze eine Liste aller Teams bekommt, damit die Abfertigung etwas schneller geht.